{"id":1484,"date":"2012-05-11T14:30:20","date_gmt":"2012-05-11T12:30:20","guid":{"rendered":"http:\/\/friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=1484"},"modified":"2012-05-10T07:11:21","modified_gmt":"2012-05-10T05:11:21","slug":"die-anfange-der-friedhofstribune-personliche-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/die-anfange-der-friedhofstribune-personliche-erinnerungen\/","title":{"rendered":"Die Anf\u00e4nge der Friedhofstrib\u00fcne \u2013 Pers\u00f6nliche Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<p>Die fankulturelle Pr\u00e4gung einzelner Fans begann bei ersten Matchbesuchen am Sportclubplatz mit Eltern im Kindesalter, Anfang der 1970er-Jahre, als die Haupttrib\u00fcne in ihrer jetzigen Form gerade errichtet wurde. Ende der 70iger begannen einzelne j\u00fcngere Fans auch auf einzelne Schlachtenbummler-Fahrten, legend\u00e4r organisiert vom mittlerweile leider verstorbenen Rudi K\u00f6hler, mitzufahren. Die Sportclub-Fans waren damals ganz durchschnittliche Fu\u00dfballfans, vielleicht nur in der weit weniger ausgepr\u00e4gten Gewaltbereitschaft von Fans anderer Vereine zu unterscheiden. <\/p>\n<p>Die jungen Fans standen weiterhin recht vereinzelt auf den damals noch existierenden Wiesen-B\u00f6schungen hinter den Toren am Sportclub-Platz. Mehrzahl deswegen, weil es damals Usus war, in der Pause den Seitenwechsel nicht den Mannschaften allein zu \u00fcberlassen, nein, auch wir Fans wechselten die Stehplatz-Seiten!<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre spielte der WSC \u2013 trotz Erstliga-Zugeh\u00f6rigkeit \u2013 vor immer weniger ZuschauerInnen (eigentlich kaum mehr als in den langen Jahren in der 3. oder sogar 4. Liga). Ein gewisser Hannes Nouza, der Ende der 80iger Pr\u00e4sident und Hauptgeldgeber des WSC war, hatte vielleicht deswegen den wahnwitzigen Plan, unseren Verein mit dem SK Rapid Wien zu fusionieren \u2013 es gab als einen der ersten Schritte Doppelveranstaltungen im Weststadion! Durch vehementen Widerstand einiger weniger  Funktion\u00e4re und Mitglieder unter den Fans konnte dieses Vorhaben gl\u00fccklicherweise abgewendet werden.<\/p>\n<p>Jene Vorg\u00e4nge und eine erschreckend leere (1981 errichtete) Stehplatz-Trib\u00fcne an der Alszeile veranlassten eine Hand voll Anh\u00e4nger, im Verein und auch nach au\u00dfen engagierter als bisher aufzutreten. Damals entstand \u00d6sterreichs erstes Fu\u00dfball-Fanzine \u201eSchwarz auf Wei\u00df\u201c, in dem einige wenige junge Sportclub-Fans ihren Unmut \u00fcber die Entwicklungen im Verein artikulierten und begannen, ihre Philosophie eines gewaltverabscheuenden, antirassistischen, trinkfesten und sangesfreudigen Supports unter die Leute zu bringen. Die erste Ausgabe von \u201eSchwarz auf Wei\u00df\u201c erschien im Fr\u00fchling 1990.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit gelang es, immer mehr junge Leute f\u00fcr die &#8222;Friedhofstrib\u00fcne&#8220; \u2013 wie wir sie mittlerweile naheliegender Weise benannt hatten &#8211; zu begeistern. Nicht nur die Spiele waren wichtig, sondern auch das &#8222;britische&#8220; Flair, die famili\u00e4re Stimmung und neu gewonnene Freundschaften. <\/p>\n<p>Die Fangruppe wuchs und wurde aufgrund ihrer Positionierung bald zum Feindbild vieler rechtsorientierter \u201eFans\u201c und Hooligans in ganz \u00d6sterreich. Nicht nur ein Mal machten wir unliebsame Bekanntschaft mit gewaltbereiten \u201eFans\u201c \u2013 von Linz \u00fcber Graz bis Wien, und vereinzelt auch in anderen St\u00e4dten.<\/p>\n<p>Da beim Vertrieb von \u201eSchwarz auf Wei\u00df\u201c am Sportclubplatz Probleme mit der Polizei auftauchten, wurde beschlossen, die Interessensgemeinschaft \u201eFreunde der Friedhofstrib\u00fcne\u201c ins Leben zu rufen, die dann auch als Herausgeber des Fanzines fungierte. Die finanziellen Turbulenzen der 90er Jahre und der Abstieg bis in die 4. Liga erforderten dann ein noch st\u00e4rkeres, vereinsinternes Engagement der FHT, um mitzuhelfen, das \u00dcberleben des WSC zu erm\u00f6glichen. W\u00e4hrend zun\u00e4chst Aufgaben wie Kartenverkauf, das Waschen der Spielerdressen und deren Transport zu Trainings oder Matches, Trib\u00fcnenreinigung, sportliche Beteiligung in der  Reservemannschaft und \u00e4hnliches \u00fcbernommen wurden, engagierten sich dar\u00fcber hinaus auch immer mehr Leute der FHT in der Vereinsf\u00fchrung, was wiederum ein Novum im \u00f6sterreichischen Fu\u00dfball darstellte.<\/p>\n<p>Mittlerweile schrieben wir die End-90iger und die Friedhofstrib\u00fcne war in ganz \u00d6sterreich und auch \u00fcber manche Landesgrenze hinaus zu einem Markenzeichen f\u00fcr gewaltfreien, fairen Support geworden und hatte auch den WSC zu einem Teil mitgepr\u00e4gt. Die Zeiten der leeren Trib\u00fcne waren endg\u00fcltig vorbei und die FHT war sowohl was teilweise lautstarken Support als auch finanzielle Einnahmen f\u00fcr den Verein betreffen, zu einem nicht zu verachtenden Faktor am Sportclub-Platz geworden.<\/p>\n<p><em>Anmerkung: eine leicht gek\u00fcrzte Version dieses Artikels erscheint im Stadion-Magazin Alszeilen, das anl\u00e4sslich des Spiels gegen Stegersbach am 11.5. erh\u00e4ltlich ist.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die fankulturelle Pr\u00e4gung einzelner Fans begann bei ersten Matchbesuchen am Sportclubplatz mit Eltern im Kindesalter, Anfang der 1970er-Jahre, als die Haupttrib\u00fcne in ihrer jetzigen Form gerade errichtet wurde. 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