{"id":2791,"date":"2013-12-04T16:03:57","date_gmt":"2013-12-04T14:03:57","guid":{"rendered":"http:\/\/friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=2791"},"modified":"2013-12-04T16:03:57","modified_gmt":"2013-12-04T14:03:57","slug":"der-sportler-aus-dem-team-finanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/der-sportler-aus-dem-team-finanzen\/","title":{"rendered":"Der Sportler aus dem Team Finanzen"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen erfuhren wir \u00fcber die Homepage des Wiener SK vom R\u00fccktritt Martin Orners aus dem Vorstand. Dies m\u00f6chten wir zum Anla\u00df nehmen um ihm hiermit unseren Dank sowie unsere Anerkennung f\u00fcr die investierte Zeit und Arbeit auszusprechen. Freundlicherweise stellte er sich einem Mitarbeiter unserer \u201eOn Tour\u201c Redaktion f\u00fcr ein Interview zur Verf\u00fcgung, welches am 22.11.2013 in einem Ottakringer Cafe gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Mit lieben Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nFreund\/Innen der Friedhofstrib\u00fcne<\/p>\n<p>km1316: Martin, ich w\u00fcrde sagen, Du bist sicherlich einigen Leuten, welche sich in unserem sportlichen Universum aufhalten und dort ihren Hobby fr\u00f6nen, ein Begriff. Sein wann besuchst Du Spiele des WSK? Wie bist Du zum WSK bekommen? Seit wann besuchst Du Fu\u00dfballspiele?<\/p>\n<p><em>MO: Fu\u00dfballspiele besuche ich seit ich seit ich ein kleines Kind war. Ich bin in Favoriten, am Laaer Berg aufgewachsen, direkt neben dem Horr Platz. Ich bin mit meinem Vater und dann auch mit meinem Bruder immer auf den Horr Platz gegangen und war damals Austria Fan. Ich bin dann in den \u201e90er\u201c Jahren lange nicht mehr zu den Spielen gegangen, weil es mich nicht mehr interessiert hat, vor allem wegen den Dingen welche auf den Trib\u00fcnen passiert sind, die mich sehr abgesto\u00dfen haben. Ich habe wegen des Interviews nachgedacht und habe das nicht mehr genau einordnen k\u00f6nnen. Ich sch\u00e4tze, vor ungef\u00e4hr sechs Jahren bin ich zum Sportklub gekommen, weil mich ein Freund mitgenommen hat, dort bin ich dann schnell picken geblieben, weil der Fu\u00dfball so war wie ich ihn als Jugendlicher und als Kind in Erinnerung hatte. Das hat mir von Beginn an gefallen, da bin ich geblieben.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Vor sechs Jahren, zu diesem Zeitpunkt war der Wiener SK in der Regionalliga Ost. Wenn man von der Austria kommt, wird man sportlich betrachtet, wohl ein anderes Niveau gewohnt sein als das in der dritten Liga in \u00d6sterreich der Fall ist. War das nicht so etwas wie ein Kulturschock f\u00fcr Dich?<\/p>\n<p><em>MO: Nein, das war es nicht, nat\u00fcrlich ist die Qualit\u00e4t des Fu\u00dfballs eine ganz eine andere, wobei die Qualit\u00e4t des Bundesligafu\u00dfballs in \u00d6sterreich auch nicht unbedingt \u00fcberragend ist. Wenn ich ein gutes Spiel sehen will, dann sehe ich mir das im Fernsehen auf \u201eSky\u201c an. Fr\u00fcher war ich relativ oft in England und bin auch dort immer wieder zu Spielen gegangen, dort ist gute Qualit\u00e4t nicht nur in der Premier League, sondern auch in den Ligen darunter, vorhanden. Aber ich bin auch aus anderen Gr\u00fcnden beim Fu\u00dfball, es ist f\u00fcr mich ein gesellschaftliches und kulturelles Erlebnis, dort trifft man Freunde und Bekannte, dort hat man auch Spa\u00df, dort kann man vorher und nachher Party feiern \u2013 und da ist der Fu\u00dfball nur ein Aspekt davon. Auch habe ich dort Leute getroffen, welche ich von fr\u00fcher kannte und das war ganz einfach O.K.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Ich entnehme Deinem Facebook Profil, das Du dem Eishockey Sport Deine Aufmerksamkeit widmest. Spielst Du selbst? Seit wann? Wo? Und warum?<\/p>\n<p><em>MO: (lacht) Ja, ich spiele selbst und das gar nicht so lange. Ich bin ein wirklich sehr sp\u00e4t Berufener im Eishockey. Ich habe lange Zeit und sehr intensiv Ausdauersport betrieben, musste dies jedoch aus Zeitgr\u00fcnden aufgegeben. Ich bin \u00fcber einen Freund zum Eishockey gekommen und es hat mir Spa\u00df gemacht. Ich spiele bei einem netten und lustigen Verein, Transistor Josifgrad, und bin dort altersad\u00e4quat Verteidiger, das hei\u00dft ich mu\u00df nicht mehr so ein hohes Lauftempo abwickeln wie es die St\u00fcrmer zu tun pflegen, das taugt mir ganz einfach.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Stichwort Eishockey und Nachwuchs. Nun, mit Fu\u00dfballbegeisterten Kindern hat man es relativ leicht, da quasi an jedem Eck ein Verein existiert, welcher dem Nachwuchs die M\u00f6glichkeit bietet, Fu\u00dfballsport auszu\u00fcben. Wie sieht es diesbez\u00fcglich beim Eishockey, spezifisch in Wien, aus?<\/p>\n<p><em>MO: In Wien boomt Eishockey, nicht nur bei den \u00c4lteren und Hobbyspielern, sondern auch im Nachwuchs. Da gibt es einen sehr gro\u00dfen Bedarf, es gibt auch einige Vereine in Wien. Das Grundproblem ist nat\u00fcrlich die Infrastruktur, weil man f\u00fcr Eishockey eine Halle ben\u00f6tigt und an deren gibt es in Wien zu wenige. Es gibt zwar im 22. Bezirk die Albert Schulz Halle, aber niemand wei\u00df wie lange es den Eisring S\u00fcd noch gibt. Aber die Nachfrage von Kindern und Eltern ist enorm gro\u00df und die Vereine k\u00f6nnen sich der Anfragen kaum erwehren.<\/em><br \/>\n(Anmerkung der Redaktion zu den folgenden Abs\u00e4tzen: Bandy ist eine Ball- und Mannschaftssportart, die auf Eis, haupts\u00e4chlich in Nord- und Osteuropa sowie in Nordamerika, ausgetragen wird. Bandy ist der Vorl\u00e4ufer des heutigen Eishockeys. Die Regeln \u00e4hneln mehr denen des Fu\u00dfballs und des Landhockeys als denen des Eishockeys).<\/p>\n<p>km1316: Was h\u00e4ltst Du eigentlich von Bandy, bzw. hast Du Bandy jemals selbst gespielt?<\/p>\n<p><em>MO: Bandy habe ich nie gespielt. Ich finde das ist ein cooler Sport, kenne ihm aber nur vom Fernsehen.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Bandy kommt dem Fu\u00dfball sehr nahe, w\u00e4re es eventuell f\u00fcr den Sportclubplatz eine Option, die Spielfl\u00e4che im Winter zu vereisen und auf diese Weise eine marketingtechnische Nische zu kreieren?<\/p>\n<p><em>MO: (lacht) Das ist eine witzige Idee, da mu\u00df ich dar\u00fcber nachdenken.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Nachdem ich heute ein wenig recherchiert habe, bin ich auf noch etwas gesto\u00dfen. Worin besteht der Unterschied zwischen \u201eKnatteikr\u201c und \u201eBandy\u201c?<\/p>\n<p><em>MO: Das erstere kenne ich nicht<\/em><\/p>\n<p>km1316: Knatteikr ist der Vorl\u00e4ufersport von Bandy und wurde gem\u00e4\u00df geschichtlicher Aufzeichnungen im 9. Jahrhundert in Island ausge\u00fcbt. Sonst habe ich jedoch nichts dar\u00fcber entdeckt. Ich hatte gehofft, das Du mir etwas dar\u00fcber erz\u00e4hlen kannst.<\/p>\n<p><em>MO: (lacht) Ich kenne nicht mal die Regeln bei Bandy so genau.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Also, ich konnte nachlesen das 2&#215;45 Minuten auf gro\u00dfe Tore gespielt wird, es existiert die Abseits- und Eckballregelung.<\/p>\n<p><em>MO: Wie gesagt, ich kenne mich hierbei mit den Regeln nicht aus, ich kenne auch niemanden ist \u00d6sterreich der das schon gespielt hat. Aber ich kann mal unseren Trainer befragen, der schon mal in Schweden war, vielleicht kennt er sich ja besser aus.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Um wieder zum Fu\u00dfball zur\u00fcck zu kommen, zur sportlichen Situation des Wiener SK. Ohne unter- bzw. \u00fcbertreiben zu wollen, wird sich wohl sagen lassen das der WSK gegen den Abstieg spielt. Wie sieht Deine Einsch\u00e4tzung der sportlichen Situation aus? Was sind Deiner Meinung nach die Faktoren, weswegen der Wiener SK in der Tabelle doch relativ weit unten rangiert?<\/p>\n<p><em>MO: Das ist nat\u00fcrlich sehr schwierig zu beantworten, ich mu\u00df an dieser Stelle auch dazusagen, das meine Aussagen dazu nicht allzu fachkundig sind. Ich bin kein Fu\u00dfballexperte. Ich habe dies von Beginn an, als ich in den Verein hineingewachsen bin, auch so kommuniziert und tue mir auch dementsprechend schwer zu sagen, warum die Situation so ist. Man macht sich als Fan und Funktion\u00e4r nat\u00fcrlich seine Gedanken, man kann versuchen die Gr\u00fcnde zu analysieren. Einerseits ist es nat\u00fcrlich eine Frage der finanziellen Situation, das ist ganz klar. Man braucht Geld um erfolgreich zu sein, dieses hat der Sportklub nicht. Mit mehr Budget w\u00e4re vermutlich auch der Erfolg ein gr\u00f6\u00dferer. Das ist kein Automatismus, aber damit k\u00f6nnte man mehr Spieler verpflichten und k\u00f6nnte das Umfeld besser gestalten, wie beispielsweise die Trainingsbedingungen. Das ist aber sicher nicht die einzige Erkl\u00e4rung. Es gibt auch Ph\u00e4nomene, wo mit relativ wenig Geld sportlicher Erfolg erzielt werden kann. Und das w\u00e4re auch etwas wo der WSK durchaus Ressourcen h\u00e4tte. Warum es bis jetzt nicht funktioniert hat ist unter anderem, dass die Philosophie eines starken Nachwuchses lediglich ein Lippenbekenntnis war und die Realit\u00e4t nicht in jenem Ausma\u00df stattgefunden hat, wie es w\u00fcnschenswert w\u00e4re, und wie es auch f\u00fcr den Verein gut w\u00e4re. Das ist eine Geschichte. Und die zweite Geschichte ist, glaube ich, dass man \u00fcber l\u00e4ngere Zeit kein wirkliches sportliches Konzept verfolgt hat. Wenn Spieler gingen wurde rasch Ersatz f\u00fcr die jeweiligen Positionen gesucht und man hat sich nie \u00fcberlegt, wohin man langfristig \u00fcberhaupt m\u00f6chte. Ein solches Konzept h\u00e4ngt auch mit der Trainerfrage zusammen. In den letzten Jahren wurden relativ viele Trainer verschlissen. Zumindest mein Eindruck war, das nicht dar\u00fcber nachgedacht wurde, wohin man sportlich \u00fcberhaupt will oder wie man Trainer und Kampfmannschaft in die Gesamtstruktur einbindet.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Einem Interview mit dem neuen Trainer, Kurt Jusits, konnte ich entnehmen, das dieser die Verpflichtung von zwei bis drei Spielern angeregt hat. Ist die Erf\u00fcllung dieses Wunsches in Hinblick auf die vorhandenen finanziellen Mitteln \u00fcberhaupt realistisch?<\/p>\n<p><em>MO: In Wirklichkeit ist es de facto nicht leistbar, zus\u00e4tzliche Spieler zu verpflichten. Der Sportklub kommt mit dem laufenden Budget gerade so \u00fcber die Runden. Es ist auch Aufgabe des Vorstandes und des Pr\u00e4sidiums, jetzt in der Winterpause zu beurteilen, welche Folgen es h\u00e4tte Geld zu investieren, welches eigentlich nicht verf\u00fcgbar ist. Wird dieses nicht investiert und man steigt ab, sind die finanziellen Folgen aber auch fatal. Es wird wohl kaum anderes m\u00f6glich sein als gegen den Abstieg zu k\u00e4mpfen ohne sich zu verst\u00e4rken. Leisten kann es sich der Sportklub allerdings nicht.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Im Zuge der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung hast Du als ein Bestandteil f\u00fcr den Vorstand des WSK kandidiert. Unl\u00e4ngst habe ich der Homepage entnommen, das Du dieser T\u00e4tigkeit nicht mehr nachkommen wirst. Mit welchen Situationen warst Du bzw. wart ihr am Beginn eurer Amtszeit konfrontiert? Wart ihr \u00fcberrascht? War das eine v\u00f6llig neue Welt? Wie waren Deine Eindr\u00fccke in dieser Zeit?<\/p>\n<p><em>MO: Ich glaube, dazu mu\u00df man ein wenig die Vorgeschichte betrachten, um dies vern\u00fcnftig beantworten zu k\u00f6nnen. Im letzten Winter bzw. Fr\u00fchjahr fand sich eine Gruppe zusammen, welche haupts\u00e4chlich aus Fans und Aktivisten der Friedhofstrib\u00fcne bestand, erg\u00e4nzt durch Funktion\u00e4re der Anh\u00e4ngervereinigung. Es war der Versuch der Anh\u00e4nger des WSK den Verein vor den eigenen damaligen Funktion\u00e4ren zu retten. Es war uns damals durchaus bewusst, das dies keine einfache Aufgabe wird, wir machten uns auch keine Illusionen, es war dann doch noch etwas schwieriger als wir uns gedacht haben, wir sind wohl auch etwas naiv und blau\u00e4ugig an diese Aufgabe herangegangen. Es ist sehr viel passiert, Dir werden die zwei Mitgliederversammlungen wohl nicht entgangen sein. Noch bei der ersten Mitgliederversammlung habe ich f\u00fcr das Pr\u00e4sidium als Kassier kandidiert, wir haben dann als Kollektiv unsere Kandidatur zur\u00fcckgezogen aufgrund der Entscheidung hinsichtlich der Entlastung des Vorstandes und habe mich dann doch noch \u00fcberreden lassen, bzw. habe mich selbst doch noch \u00fcberredet bei der zweiten Mitgliederversammlung zwar nicht mehr f\u00fcr das Pr\u00e4sidium, aber doch noch f\u00fcr den Vorstand zu kandidieren. Die Situation war noch schwieriger als wir erwartet haben, erstens einmal wegen der finanziellen Situation. Man mu\u00df ganz klar sagen, der Verein war damals am Rande der Insolvenz. Das mu\u00df man einfach wissen, finde ich, dass der Verein finanziell kaputt war und gleichzeitig das alte Pr\u00e4sidium noch Entscheidungen getroffen hat, welche wesentliche finanzielle und sportliche Auswirkungen gehabt haben. Unser Spielraum bei Amtsantritt war extrem gering. Als dann Anfang Juli die Mitgliederversammlung war, mu\u00dfte in nur wenigen Tagen der Kader erg\u00e4nzt werden um \u00fcberhaupt eine Fu\u00dfballspielende Mannschaft zu haben. Das hat nat\u00fcrlich nicht viel mit \u00dcberlegung, sondern mit Tatsachen zu tun. Gleichzeitig kamen dann am Tag nach der Mitgliederversammlung einige Gl\u00e4ubiger vorbei und wollten ihr Geld sehen, es war somit nicht wirklich lustig am Anfang. Es war sehr schwierig, hinzu kam das zumindest ich einige Dinge ein wenig untersch\u00e4tzt habe. Untersch\u00e4tzt habe ich sicherlich den Graben, den es im Verein zwischen Friedhofstrib\u00fcne und Haupttrib\u00fcne gibt. Es gibt schon zwei Kulturen innerhalb des Sportklubs, welche nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen sind. Au\u00dferdem \u00fcberraschte mich die wenig vorhandene Bereitschaft, abgesehen von ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten der FHT, unbezahlte T\u00e4tigkeiten auszu\u00fcben. Viele Leute tun nur etwas wenn sie bezahlt werden und wir mussten ganz einfach als Vorstandsmitglieder selbst, viel pers\u00f6nliche Arbeit reinstecken, damit das \u201eWerkl\u201c \u00fcberhaupt l\u00e4uft. Das h\u00e4tte ich auch ein wenig anders eingesch\u00e4tzt.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Du hast einen Graben zwischen einer Friedhofstrib\u00fcne und einer Haupttrib\u00fcne erw\u00e4hnt. Gibt es einen solchen?<\/p>\n<p><em>MO: Ich finde, ja. Die Kulturen sind schon unterschiedlich. Damit kann man leben, wenn gegenseitige Akzeptanz vorhanden ist. Ich hatte jedoch den Eindruck, das es diesbez\u00fcglich schon auch gewisse Feindseligkeiten gibt, obwohl Feindseligkeiten ist jetzt ein wenig \u00fcbertrieben, aber die gro\u00dfe gemeinsame Familie ist es sicher nicht.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Team Finanzen. Gibt es eine geordnete Buchhaltung? Gibt es eine \u00dcbersicht bez\u00fcglich bevorstehender Ausgaben? Gibt es einen vorausschauenden Finanzplan? Wie kann man sich das vorstellen?<\/p>\n<p><em>MO: Wie man sich das vorstellen kann? Nun, ich glaube das man sich das nicht vorstellen kann, als wir das \u00fcbernommen haben. Es gab zwar eine ordentliche Buchhaltung, das hat auch wirklich funktioniert. Dies wurde durch die Maria Schiestl get\u00e4tigt und sie hat das auch sehr ordentlich und engagiert gemacht. Das nutzt jedoch nichts, wenn die Rechnungen nicht bezahlt werden. Es wurde im ersten Halbjahr 2013 praktisch keine Rechnung bezahlt, die nicht einen Spielergehalt oder Trainergehalt betroffen hat. Sonst wurden nur Schulden gemacht. Das hat uns doch \u00fcberrascht, damit haben wir auch nicht gerechnet. Wir dachten schon, das sehr hohe Verbindlichkeiten da sein w\u00fcrden, aber das dies so betrieben wurde, war uns in dieser Form nicht bewusst. Es war dann aufgrund der Vorkommnisse bei der Mitgliederversammlung sehr schwierig, \u00fcberhaupt einen geordneten \u00dcbergang zu t\u00e4tigen. Nach einigen Hin und Her haben wir letzten Endes Daten und Unterlagen erhalten, mussten aber feststellen, das wir mit der vorhandenen Buchhaltung nicht arbeiten wollen und haben diese auf neue Schienen gestellt. Weiters kommt das operative Gesch\u00e4ft hinzu, welches neben der Buchhaltung betrieben werden mu\u00dfte. Es war wichtig, das am Matchtag ganz einfach jemand da ist, der sich in das \u201eAbrechnungskammerl\u201c setzt und die Betreuung und Abrechnung der Kassen in den Griff kriegt. Am Anfang war ein starker Arbeitsaufwand, ein solcher blieb \u00fcber den kompletten Zeitraum hindurch bestehen. Zuz\u00fcglich zu ein, zwei weiteren Leuten aus dem Vorstand wurden diese T\u00e4tigkeiten ausschlie\u00dflich durch das Finanzteam abgewickelt. An Matchtagen beginnt es um 16.00 Uhr am Nachmittag und dauert durchaus bis etwa 02.00 Uhr in der Fr\u00fch.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Du hast Verbindlichkeiten des WSK angesprochen. Ist die genaue H\u00f6he bekannt und w\u00e4rst Du bereit dazu Auskunft zu erteilen?<\/p>\n<p><em>MO: Da ich nicht mehr Mitglied des Vorstandes bin, w\u00e4re es unseri\u00f6s wenn ich hier und jetzt dazu etwas sage.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Du bist nicht mehr Mitglied des Vorstandes, hierbei interessiert mich die rechtliche Seite. Ist das \u00fcberhaupt so einfach m\u00f6glich? Mu\u00df nicht eine gew\u00e4hlte Amts- bzw. Funktionsperiode bis zum Ende ausge\u00fcbt werden?<\/p>\n<p><em>MO: Also, jeder hat das Recht auf eine derartige Funktion im Verein zu verzichten. Das ist auch im Statut des WSK geregelt.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Doch nun zum Thema R\u00fcckf\u00fchrung. Sowohl im WSC, als auch im WSK existieren, mehrere Jahre alte Beschl\u00fcsse, zu diesem Thema. Wie sieht es aus?<\/p>\n<p><em>MO: Knapp vor meinem Austreten wurde durch den Vorstand, im Zuge einer Sitzung beschlossen, ein Schreiben an den Vorstand des WSC zu richten, in welchem es darum ging, Gespr\u00e4che zur R\u00fcckf\u00fchrung \u00fcber die Winterpause aufzunehmen. Das ist auch geschehen. Am Tag des letzten Heimspiels ist dieses Schreiben per E-Mail an den WSC ergangen. Der Text ist glaube ich, auch in den Alszeilen zu lesen gewesen, sofern ich mich richtig erinnere. Dieses Schreiben wurde auch prompt beantwortet, zuerst informell durch ein Pr\u00e4sidiumsmitglied des WSC, und dann auch formell durch den Verein selbst. Nun, was genau m\u00f6chtest Du wissen?<\/em><\/p>\n<p>km1316: Nun, meines Wissens nach enden die Namensrechte des Wiener SK zur Verwendung des Namens Sportklub, mit \u201ek\u201c geschrieben, im Mai 2014. Das ist in ein paar Monaten und somit relativ bald der Fall. Was passiert bis dahin? Was passiert im Mai 2014? Bestehen Chancen auf R\u00fcckf\u00fchrung in den WSC bis dahin, oder wird auf (un)absehbare Zeit der Fu\u00dfballbetrieb weiterhin durch den Wiener SK vollzogen?<\/p>\n<p><em>MO: Ich kann nicht beantworten, was wirklich passieren wird. Ich kann nur erz\u00e4hlen, dass vor unseren Einzug in den Vorstand, mit dem WSC Gespr\u00e4che gef\u00fchrt wurden. Wir pr\u00e4sentierten dem WSC unsere Pl\u00e4ne, auch in finanzieller Hinsicht, nat\u00fcrlich wurde das Thema R\u00fcckf\u00fchrung und Namensrechte angesprochen. Im WSC wurde damals und auch heute, nat\u00fcrlich gro\u00dfer Wert darauf gelegt, das der WSK seine finanzielle Situation in Ordnung bringt, ansonsten an eine R\u00fcckf\u00fchrung logischerweise nicht zu denken ist. Das haben wir nat\u00fcrlich verstanden und auch so gesehen. Es wurde damals in Aussicht gestellt, das bei Besserung der finanziellen Situation, und bei Erkennen einer Besserung der F\u00fchrung des Vereines im Allgemeinen eine eventuelle Einigung oder aber eine Verl\u00e4ngerung des Vertrages \u00fcber die Namensrechte m\u00f6glich w\u00e4re. Das ist jetzt nat\u00fcrlich ein Thema das in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten auf der Tagesordnung sein mu\u00df, weil eher nicht davon auszugehen ist, das der WSK bis zum Mai 2014 schuldenfrei ist und in den WSC eingegliedert werden kann.<\/em><\/p>\n<p>km1316: In wie vielen Jahren, w\u00e4re es Deiner Meinung nach, aus finanzieller Sicht soweit? Beziehungsweise bestehen dann noch Chancen auf eine R\u00fcckf\u00fchrung?<\/p>\n<p><em>MO: Ich bin kein Hellseher, ich kann nicht sagen bis wann der Schuldenabbau erfolgen kann. Das h\u00e4ngt auch mit der Einnahmenseite und der sportlichen Entwicklung zusammen. Bei einem Abstieg versch\u00e4rft sich das finanzielle Problem eher statt sich zu verbessern. Man kann das nicht vorhersagen, es ist unm\u00f6glich zu sagen bis wann das tats\u00e4chlich gehen kann. Aus heutiger Sicht l\u00e4sst sich schon sagen, das es auch Dank der Unterst\u00fctzung des neuen Pr\u00e4sidenten gelungen ist, einen betr\u00e4chtlichen Brocken der Schulden abzubauen und f\u00fcr einen weiteren Teil der Schulden einen Weg zu zeigen wie dieser bew\u00e4ltigt werden kann. Es bleibt dann immer noch einiges \u00fcber, als wir mit dem WSC geredet haben, haben wir dieses auch angesprochen, das es kaum m\u00f6glich sein wird, den Verein innerhalb einer Saison zu sanieren. Aber es geht darum, bei sichtbaren Fortschritten einen Weg zu vereinbaren, welcher in Richtung Zusammenf\u00fchrung geht.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Da ich pers\u00f6nlich fasziniert davon bin, das Du Eishockey spielst, m\u00f6chte ich meine Abschlussfrage auch wieder auf Eishockey projezieren. Warum sind die Spielfelder in der \u201eNHL\u201c kleiner als in den anderen internationalen Verb\u00e4nden?<\/p>\n<p><em>MO: Das wei\u00df ich nicht, es ist ganz interessant, wenn man ein bisschen Ahnung vom Eishockey hat und ein europ\u00e4isches Spiel sieht und dann ein amerikanisches, erkannt man sowohl ein anderes Spiel als auch eine andere Taktik.<\/em><\/p>\n<p>km1316: Grunds\u00e4tzlich ist es doch so, das die Drittelpausen jeweils 15 Minuten betragen. In der zweiten deutschen Eishockeyliga (DEL2) wurden die Pausen auf 20 Minuten erh\u00f6ht, damit in diesen mehr Platz f\u00fcr Werbung vorhanden ist. In der ersten deutschen Eishockeyliga betragen die Pausen jeweils 18 Minuten, wobei hierbei Sky Live \u00dcbertragungen ausgenommen sind. Ist es nicht skurril das die Pausen nicht einheitlich geregelt sind? Kann sich die Pausen jeder selbst ausmachen?<\/p>\n<p><em>MO: Auch in \u00d6sterreich, in der EBEL, betragen die Pausen keine 15 Minuten, dort sind es 17 oder 18 Minuten, auch wegen dem Fernsehen. Hinzu kommen noch \u201eCommercial Breaks\u201c in der Spielzeit. Wenn Servus TV live \u00fcbertr\u00e4gt und Werbung senden will unterbrechen die Schiedsrichter das Spiel, es l\u00e4uft 30 Sekunden Werbung und anschlie\u00dfend geht es weiter. Das ist f\u00fcr Leute aus dem Fu\u00dfball v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, dort sind zweimal 45 Minuten Spielzeit und 15 Minuten Pause. Das ist so und aus. Aber im Eishockey ist man gegen\u00fcber der Werbung und dem Fernsehen wesentlich flexibler.<br \/>\n<\/em><br \/>\nkm1316: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und weiterhin alles Gute.<\/p>\n<p><em>MO: Danke<\/em><br \/>\n-km1316-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen erfuhren wir \u00fcber die Homepage des Wiener SK vom R\u00fccktritt Martin Orners aus dem Vorstand. Dies m\u00f6chten wir zum Anla\u00df nehmen um ihm hiermit unseren Dank sowie unsere Anerkennung f\u00fcr die investierte Zeit und Arbeit auszusprechen. 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