{"id":3198,"date":"2014-08-19T20:06:25","date_gmt":"2014-08-19T18:06:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=3198"},"modified":"2014-08-19T20:09:01","modified_gmt":"2014-08-19T18:09:01","slug":"arsenal-vs-crystal-palace-km1316","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/arsenal-vs-crystal-palace-km1316\/","title":{"rendered":"Arsenal vs. Crystal Palace"},"content":{"rendered":"<p>Diesmal hat er mal eine Reise f\u00fcr sich selbst organisiert, unser &#8222;pensionierter&#8220; Reiseleiter. Dankenswerterweise hat er aber seine Feder flie\u00dfen und uns daran teilhaben lassen. Vielen Dank f\u00fcr den Reisebericht!<\/p>\n<p><strong>Arsenal vs. Crystal Palace<\/strong> &#8211; Auftakt zur Premier League (16.8.2014)<\/p>\n<p>Vor einigen Wochen versp\u00fcrte der Verfasser dieser Zeilen das Bed\u00fcrfnis, nach l\u00e4ngerer Zeit, wieder mal ein Fu\u00dfballspiel in England zu besuchen. Der Auftakt zur Premier League bietet sich daf\u00fcr ja regelrecht an. Nicht uninteressiert das Emirates Stadion einmal zu sehen, doch bislang scheiterte dieses Ansinnen an der M\u00f6glichkeit eine Karte erwerben zu k\u00f6nnen. Ausschlie\u00dflich Mitglieder und Saisonticketbesitzer haben das Recht auf den Vorverkauf. Normale Matchtickets gelangen kaum bis nie in den regul\u00e4ren Verkauf. Doch danach \u201egegoogelt\u201c, gelangt man irgendwann auf diverse Ticketb\u00fcros und Webshops. So kam es, das ich um rund 150 Euro die bisher teuerste Eintrittskarte meines Lebens zu einem Fu\u00dfballspiel erwarb. Pers\u00f6nlich dachte ich hierbei an eine Firma bzw. ein Kartenb\u00fcro. Ein paar Tage nach meiner Bestellung, erhielt ich die Information \u00fcber die Internetplattform \u201eWorldticketshop\u201c (bei welcher ich die Bestellung get\u00e4tigt hatte), dass die Eintrittskarte lediglich innerhalb Gro\u00dfbritanniens versendet werden k\u00f6nne. Daran sollte es nicht scheitern, ein Hotel war schlie\u00dflich bald gefunden.<!--more--><\/p>\n<p>So ging es schlie\u00dflich vergangenen Freitag nach London, und im Hotel war auch ein Paket f\u00fcr mich hinterlegt worden. Darin befand sich zu meinem Erstaunen doch tats\u00e4chlich die Arsenal Mitgliedskarte eines John Doe (Name vom Verfasser ge\u00e4ndert). Doch nicht nur das, auch eine Gebrauchsanweisung, welche das korrekte Verhalten bei Arsenal empfahl, war dem Paket beigef\u00fcgt. Darin stand geschrieben, das ich im Falle einer etwaigen Nachfrage durch den FC Arsenal, auf keinen Fall angeben sollte, wie ich denn wirklich zu diesem Abo gekommen bin, da dies die Gesch\u00e4ftsbedingungen des Heimvereins verletzt und eine Einlassverweigerung vor Ort, sowie einen Einzug des Abos mit sich bringen k\u00f6nne. Vielmehr wurde der Tipp gegeben, in so einem Fall den Abobesitzer als Freund bzw. Bekannten zu deklarieren, da eine kostenlose Verborgung in Krankheitsfall (oder aufgrund sonstiger Abwesenheiten) an Familie bzw. Bekannte nat\u00fcrlich auch bei Arsenal m\u00f6glich ist. Ein Kuvert f\u00fcr die Retoursendung des Abos an eine Postfachadresse in England, durchzuf\u00fchren unmittelbar nach dem Spiel, war \u00fcbrigens auch enthalten.<br \/>\nSamstag \u2013 Matchtag: Sightseeing steht auf dem Programm, also ging es zum Charles Dickens Museum. Doch just an diesem Tag \u00f6ffnete diese Einrichtung erst um 13.00 Uhr. So musste die Besichtigung der Wirkungsst\u00e4tte des ber\u00fchmten Schriftstellers (z.B. Oliver Twist), auf unbestimmte Zeit verschoben werden.<br \/>\nAuszug aus \u201eWikipedia\u201c: In seinen Werken finden sich oft konkrete Hinweise auf die sozialen Missst\u00e4nde des viktorianischen Zeitalters, etwa durch die beispielhafte Darstellung der kritischen Situation der armen Stadtbev\u00f6lkerung oder der damals vorherrschenden Sozialstrukturen. So schafft es Dickens gekonnt mit Oliver Twist, seinem zweiten Roman von 1838, seiner Leserschaft das Problem von Armut und daraus folgender Kriminalit\u00e4t nahezubringen, was seinerzeit dazu beitrug, auf die schwierige Lage der Bev\u00f6lkerung von Jacob\u2019s Island, einem damaligen Slum in London, in dem der Roman spielt, aufmerksam zu machen; in der Folge verbesserte sich die dortige Lebenssituation. Ebenso \u00fcbte Dickens mit der Darstellung des tragischen Charakters der Prostituierten Nancy Kritik am viktorianischen Klassensystem und trug zus\u00e4tzlich zum Abbau festgefahrener Vorurteile in der damaligen Gesellschaft bei, indem er Nancys menschliche Wesensz\u00fcge hervorhebt. Aber auch Einrichtungen des viktorianischen Staatswesens kritisiert Dickens. So verurteilt er in Bleak House den damaligen Court of Chancery f\u00fcr die Verschleppung von Rechtsstreitigkeiten, w\u00e4hrend er in Little Dorrit die Ineffektivit\u00e4t eines korrupten Patentamtes anprangert.<\/p>\n<p>Tja, also kein Museumsbesuch, somit blieb Zeit f\u00fcr Stadtrundfahrten mit diversen Londoner Linienbussen. Im ersten Stock erh\u00e4lt man dort durchaus einen interessanten Eindruck und auch einen ganz guten \u00dcberblick \u00fcber ein \u201eanderes Stadtbild\u201c. F\u00fcr so etwas empfehlen sich diverse \u201eimportant bzw. relevant Lines\u201c, welche \u00fcber weite Strecken des Zentrums, sowie im Zentrum verkehren, allerdings mit Fahrzeiten von mehr als einer Stunde. Anders gesagt, diese Linien fahren so ziemlich durch die halbe Stadt.<\/p>\n<p>Noch \u00fcber 2,5 Stunden Zeit bis zum Premier League Auftakt der Saison 2014\/2015. Eine Besichtigung des Stadion Areals bietet sich an. Zum eigentlichen Stadiongel\u00e4nde gelangt man \u00fcber ein sogenanntes Vorgeb\u00e4ude, in welchen sich der Fanshop bzw. Arsenal B\u00fcroeinrichtungen befinden. Wobei, der Begriff Geb\u00e4ude ist wohl ein wenig untertrieben \u2013 B\u00fcrohochhaus w\u00e4re wohl zutreffender. \u00dcber dieses erreicht man schlie\u00dflich eine cirka 50 Meter lange Br\u00fccke zum eigentlichen Stadiongel\u00e4nde. Auf der Br\u00fccke befinden sich \u00fcbrigens die ersten Hinweisschilder, mit der Vermerk, das der unautorisierte Verkauf (Schwarzhandel) mit Arsenal Tickets gegen das Gesetz verst\u00f6\u00dft. Interessiert verfolgte ich das rege Treiben vor Spielbeginn. Noch auf der Stra\u00dfe fiel ein Jamaikanischer Essenstand auf, welcher Kulinarik aus Jamaika, verst\u00e4rkt bestehend aus fleischloser Kost, anbot. Eine sehr willkommene Abwechslung zu sonst in England haupts\u00e4chlich vorhandenen Burger und Hot Dog St\u00e4nden.<\/p>\n<p>Eine Stunde vor Spielbeginn. V\u00f6llig problemlos gelangte ich zu meinem Sitzplatz direkt an der Mittellinie, daf\u00fcr aber 4 oder 5 Reihen \u201evon oben\u201c. Der G\u00e4stesektor war v\u00f6llig ausgebucht, was bei einem Londoner Stadtderby aber auch naheliegend ist. Die Fans \u201eder Eagles\u201c begannen ziemlich lautstark und waren \u00fcber Strecken des Spiels doch lauter als die Heimischen \u2013 was in England aber generell keine Seltenheit ist, da sich durch die fixen Platzabos (zumindest in der Premier League) nur sehr schwer \u201eSinging Areas\u201c bilden k\u00f6nnen \u2013 in einzelnen Bl\u00f6cken waren diese bei Arsenal jedoch durchaus vorhanden, allerdings mit der Schwierigkeit in so einem gro\u00dfen Stadion auch lautstark \u201er\u00fcber zu kommen\u201c.<\/p>\n<p>Doch nun zum Sportlichen: Arsenal begann, wie man es erwarten durfte, wie auf der Pistole geschossen, technisch \u00fcberlegen. Dies jedoch lediglich bis cirka 30\/40 Meter vor dem Palace Tor. Die Versuche den Ball hineintragen zu wollen, scheiterten an einer nicht gerade zimperlich agierenden Abwehr der Eagles. \u201eBrotlose Kunst\u201c somit, wenn der erste ernst zu nehmende Torschu\u00df in Minute 35 stattfindet. Doch genau im Gegenzug setzte sich ein Palace St\u00fcrmer in einem Konter gegen 2 Arsenal Verteidiger durch, diese w\u00e4hlen zwar die Sicherheitsvariante und spielten den Ball vom eigenen Strafraum in`s Out, doch der daraus resultierende Eckball wurde durch Brede Hangeland per Kopf in\u00b4s lange Eck verl\u00e4ngert. 0:1 vor fast 60.000 Zusehern. In Minute 45 n\u00fctze Laurent Koscielny den einzigen Fehler der Palace Abwehr aus und glich noch in H\u00e4lfte 1 zum 1:1 aus.<br \/>\nIn H\u00e4lfte 2 versuchte Arsenal den Druck deutlich zu erh\u00f6hen, ein paar Mal hatte man auch gute Chance vorgefunden. Daf\u00fcr kam es zu einer Premiere ganz anderer Natur. Erstmals setzte der Schiedsrichter bei einem Freisto\u00df (f\u00fcr Arsenal) seinen Schaum ein, was ab diesem Zeitpunkt jedesmal zu tosenden Jubel und Beifall im Publikum f\u00fchrte. Palace hielt weiterhin mit Einsatz und Kraft dagegen, zumindest bis zur 90. Minute, da traf schlie\u00dflich Aaron Ramsey zum erl\u00f6senden 2:1. Doch das Spiel ist immer erst dann zu Ende, wenn der Schiedsrichter dies anzeigt. Umgehend folge ein Konter und Palace scheitere nur knapp am Ausgleich. Wie dem auch sein, das Spiel war nun vor\u00fcber. Insgesamt, aufgrund der spielerischen \u00dcberlegenheit sowie des \u00fcberdurchschnittlich gro\u00dfen Ballbesitzes kein unverdienter Sieg f\u00fcr Arsenal, obgleich man sich in der weiteren Saison schon geh\u00f6rig wird steigern m\u00fcssen. Palace konnte das Emirates Stadion jedenfalls mit \u201eerhobenen Hauptes\u201c verlassen. Dies wurde jedenfalls auch von den Palace Fans so gesehen, welche Ihr Team mit Applaus und \u201eStanding Ovations\u201c verabschiedeten. Zumindest zu einer \u00dcberraschung kam es an diesem Wochenende in der Premier League doch noch. Swansea siegte 2:1 gegen Manchester United in Old Trafford.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck zu meinem Hotel wollte ich es schlie\u00dflich lange Wartezeiten an der U-Bahn Station Arsenal (Picadilly Line) entgehen und marschierte in Richtung Finsbury Park, um von dort mit der Victoria Line in Richtung Zentrum zu gelangen. Doch \u00fcber dem entgegen dem Stadion liegenden Eingang der U-Bahn Station Arsenal ging es dann doch letztendlich relativ rasch. W\u00e4hrend ich am selben Abend in einem Pub mein Abendessen zu mir nahm, erhielt ich schlie\u00dflich noch eine SMS von John Doe (Abobesitzer), mit welcher ich die postalische Retoursendung seiner Mitgliedskarte best\u00e4tigen sollte.<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcck in Wien warf ich dann noch einen n\u00e4heren Blick auf die Internethomepage \u201eWorldticketshop\u201c. Aus dem Impressum war zu ersehen, das dieses Unternehmen in den Niederlanden angesiedelt ist. Ebenso kann jeder mittels Online Formular Partner von Worldticketshop werden. Weiters war der Website zu entnehmen, das die Marke Worldticketshop beim Harmonisierungsamt der EU eingetragen ist. Dieses Amt mit Sitz in Alicante (Spanien) ist eine Beh\u00f6rde der EU, welche f\u00fcr die Eintragung der Gemeinschaftsmarken und Gemeinschaftsgeschmacksmuster zust\u00e4ndig ist. Dieses Amt hat im Jahr 2007 mit etwa 650 Mitarbeitern Gesamteinnahmen von 200 Millionen Euro erwirtschaftet und dadurch einen \u00dcberschu\u00df von cirka 60 Millionen Euro erzielt. Zu Deutsch handelt es sich hierbei mehr oder weniger, wohl um ein Patentamt. Aufgaben eines Patentamtes ist es, u. a. Marken und Patente zu sch\u00fctzen. W\u00e4re es dann nicht auch Aufgabe dieses Amtes gegen den Verkauf von Eintrittskarten \u00fcber den Schwarzmarkt vorzugehen? Ist dieser Beh\u00f6rde die Tatsache bekannt, das eines Ihrer Mitglieder (Worldticketshop) den Verkauf von v\u00f6llig \u00fcberteuerten Tickets, im Gegensatz zu den Gesch\u00e4ftsbedingungen der Vereine, zumindest zul\u00e4sst und sogar f\u00f6rdert?<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Interesse verfolgte ich den auf der Internetplattform Worldticketshop downloadbaren Verhaltenskodex (festgelegt durch die EUSTA = European Secondary Ticketing Association), welcher die Erfordernisse von prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Marktparteien regelt. Darin ist u. a. angef\u00fchrt, das ein Vertrag mit einer sekund\u00e4ren Marktpartei (Wiederverk\u00e4ufer) durch potentielle Kunden sofort und leicht erkennbar zu sein hat. Dies war f\u00fcr mich in keinster Weise ersichtlich und auch nicht erkennbar. Weiters mu\u00df die sekund\u00e4re Marktpartei (Wiederverk\u00e4ufer) die Besuchsanschrift des Unternehmens, eine Telefonnummer, eine E-Mail Adresse, eine Firmenbuchnummer und eine Mehrwertsteuernummer deutlich sichtbar anf\u00fchren. Dies war im Falle meiner Bestellung von Arsenal Tickets nicht einmal Ansatzweise der Fall. Besonders am\u00fcsiert haben mich in diesem Verhaltenskodex \u00fcbrigens zwei Punkte. Artikel 1 besagt, dass dieser Verhaltenskodex nicht zutreffend ist, sofern die Gesetzgebung und Rechtsprechung kontr\u00e4re Regeln aufstellen. Scheinbar will man damit den Wucher und den Schacher von Arsenal Tickets durch irgendwelche Privatpersonen rechtfertigen. Und Artikel 13 besagt schlie\u00dflich noch, dass jeder Anbieter f\u00fcr das Befolgen des Kodex selbst verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Der Homepage von Arsenal ist zu entnehmen, das es sich beim Spiel gegen Crystal Palace um ein Match der Kategorie B handelt. Die teuersten Eintrittskarten f\u00fcr solche Spiele betragen f\u00fcr Nichtmitglieder einen Betrag in der H\u00f6he von 56,50 Pfund, lt. Vereinshomepage.<\/p>\n<p>Um Arsenal zu zitieren: Verhaltenskodexe und Verantwortungsbewusstsein sind zwar gut, aber leider \u201eSold Out\u201c!<\/p>\n<p>[Best_Wordpress_Gallery gallery_type=&#8220;thumbnails&#8220; theme_id=&#8220;1&#8243; gallery_id=&#8220;4&#8243; sort_by=&#8220;order&#8220; order_by=&#8220;asc&#8220; image_column_number=&#8220;5&#8243; images_per_page=&#8220;30&#8243; image_title=&#8220;none&#8220; image_enable_page=&#8220;1&#8243; thumb_width=&#8220;180&#8243; thumb_height=&#8220;90&#8243; popup_fullscreen=&#8220;0&#8243; popup_autoplay=&#8220;0&#8243; popup_width=&#8220;800&#8243; popup_height=&#8220;500&#8243; popup_effect=&#8220;fade&#8220; popup_interval=&#8220;5&#8243; popup_enable_filmstrip=&#8220;1&#8243; popup_filmstrip_height=&#8220;70&#8243; popup_enable_ctrl_btn=&#8220;1&#8243; popup_enable_fullscreen=&#8220;1&#8243; popup_enable_comment=&#8220;1&#8243; popup_enable_facebook=&#8220;1&#8243; popup_enable_twitter=&#8220;1&#8243; popup_enable_google=&#8220;1&#8243; watermark_type=&#8220;none&#8220; watermark_link=&#8220;http:\/\/web-dorado.com&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal hat er mal eine Reise f\u00fcr sich selbst organisiert, unser &#8222;pensionierter&#8220; Reiseleiter. 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