{"id":3498,"date":"2015-03-19T12:13:31","date_gmt":"2015-03-19T10:13:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=3498"},"modified":"2015-03-19T12:17:37","modified_gmt":"2015-03-19T10:17:37","slug":"interivew-mit-herwig-spiegl-ex-vorstandsmitglied-wsk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/interivew-mit-herwig-spiegl-ex-vorstandsmitglied-wsk\/","title":{"rendered":"Interview mit Herwig Spiegl (Ex-Vorstandsmitglied WSK)"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit entnahmen wir der Homepage des Wiener SK das Herwig Spiegl aus dem Vorstand zur\u00fcckgetreten ist. Da freiwillige und vor allem l\u00e4ngerfristige Mitarbeit in einem Verein keine Selbstverst\u00e4ndlich darstellt, m\u00f6chten wir Ihm hiermit gerne f\u00fcr seine investierte Zeit und Arbeit sehr herzlich danken. Dankenswerterweise stellte sich Herwig einem Mitarbeiter unserer \u201eOn Tour\u201c Redaktion f\u00fcr ein Interview zur Verf\u00fcgung, welches am 03.03.2015 im Flag gef\u00fchrt wurde. <\/p>\n<p>Mit lieben Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Freund\/Innen der Friedhofstrib\u00fcne<!--more--><\/p>\n<p><strong>Wohntr\u00e4ume &#8211; Lebensr\u00e4ume<strong><\/p>\n<p>On Tour: Herwig, fast schon eine obligatorische Frage zu Beginn eines Interviews. Seit wann gehst Du zum Sportklub? Was waren Deine ersten Spiele? Wie sind Deine Erinnerungen an Deine Beginnzeiten hier an der Alszeile?<\/p>\n<p>HS: Mein allererstes Spiel war das Derby gegen die Vienna 2009. Dieses legend\u00e4re Spiel, bei welchem so um die 6000 Zuschauer anwesend waren.<\/p>\n<p>On Tour: Das war \u201edas Regenspiel\u201c?<\/p>\n<p>HS: Nein, da hat es nicht geregnet, da war es wundersch\u00f6n, sogar die Kainzgasse war damals ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>On Tour: Ah ja, ich glaube ich kann mich wieder erinnern. Wie ist das Spiel ausgegangen?<\/p>\n<p>HS: Das weiss ich nicht mehr. Also 1984 kam ich von Innsbruck \u00fcber Linz in den 17. Bezirk. Im Gegensatz zu all meinen Freunden ging ich damals nie zum Wiener Sportclub. Unter uns gesagt, war ich als Kind ein Fu\u00dfballhasser.  Mein Vater wollte immer, dass ich mich f\u00fcr Fu\u00dfball begeistere, ich glaube genau deswegen wollte ich nicht. Ge\u00e4ndert hat sich das ab 2009 &#8211; von da an habe ich begonnen regelm\u00e4\u00dfig zu kommen, in erster Linie aufgrund meiner Freunde Max und Stefan (langj\u00e4hrige FHT-Besucher).<\/p>\n<p>On Tour: Du hast mir meine n\u00e4chste Frage fast schon vorweg genommen, n\u00e4mlich jene wie man vom Fu\u00dfballhasser zum Fu\u00dfballliebhaber werden kann? Aber Du hast die Antwort darauf bereits gegeben.<\/p>\n<p>HS: Na ja, irgendwann kommt die Neugierde und der Wunsch, das \u201aheroische Mysterium\u2018 Sportklub kennenzulernen. Aufgrund meiner Freundschaft zu regelm\u00e4\u00dfigen Sportclubplatz Besuchern habe ich nat\u00fcrlich viel mitbekommen &#8211; aber irgendwann will man dann auch selbst hin und m\u00f6chte alles selbst erfahren.<\/p>\n<p>On Tour: \u201eMysterium Sportklub\u201c ist vermutlich gar kein so schlechtes Stichwort hinsichtlich der n\u00e4chsten, mich interessierenden Punkte. Im letzten halben Jahr haben sich einige nicht gerade allt\u00e4gliche Dinge ereignet. Also, zun\u00e4chst einmal zum Herbst 2014. Zwei Runden vor Schluss wurde der damalige Trainer, Kurt Jusits, seiner T\u00e4tigkeit enthoben und mit Herrn Dr. Uhlig ein neuer \u00dcbungsleiter an die Alszeile geholt. Der Umstand, dass zwei Runden vor Schluss ein Trainer ausgetauscht wird, steht auch in einem schnelllebigen Gesch\u00e4ft, wie dem Fu\u00dfball, nicht unbedingt an der Tagesordnung. Wie siehst Du das? Wie ist Deine Meinung dazu? War dieser doch \u201estrikte\u201c Schritt gerechtfertigt? <\/p>\n<p>HS: Ich denke schon das dieser Schritt gerechtfertigt war, vor allem, da er sicherlich gut \u00fcberlegt und keine Kurzschlusshandlung war. Generell bin ich nat\u00fcrlich der Meinung, dass Best\u00e4ndigkeit notwendig ist, um etwas Neues reifen zu lassen. Das heisst, im Idealfall ist ein Trainer f\u00fcr eine gewisse Mindestdauer besch\u00e4ftigt, um \u00fcberhaupt in der Lage sein zu k\u00f6nnen seine eigene Philosophie auf dem Platz auch darstellen zu k\u00f6nnen.  Es mag nat\u00fcrlich verwunderlich erscheinen, dass man diesen Schritt so kurz vor Ende der Halbsaison gesetzt hat. W\u00e4re dieser Schritt aus Sicht der Vereinsf\u00fchrung nicht absolut notwendig gewesen, h\u00e4tte man damals diese unpopul\u00e4re Entscheidung gerne vermieden. In der damaligen Situation war es aber die einzige L\u00f6sung. Ich bin aber \u00fcberzeugt, dass man aufgrund dieser Entscheidung nun eine kompetente und spannende Pers\u00f6nlichkeit als neuen Trainer gefunden hat. Gl\u00fccklich ist nat\u00fcrlich anders.<\/p>\n<p>On Tour: Vor einigen Wochen war der Homepage des Wiener SK zu entnehmen, das der Sertan G\u00fcnes nicht mehr der Kampfmannschaft angeh\u00f6ren wird. Meiner pers\u00f6nlichen Meinung nach z\u00e4hlt der Sertan G\u00fcnes schon noch zu jenen, welche unter Bezug auf die technischen F\u00e4higkeiten im \u201eoberen Drittel\u201c angesiedelt ist und durchaus in der Lage ist ein Spiel im Alleingang entscheiden zu k\u00f6nnen. Legt man sich mit dieser Entscheidung, unter Ber\u00fccksichtigung sportlicher Aspekte, nicht selbst einen Stein in den Weg? Hat der Sertan denn wirklich so viel B\u00f6ses getan?<\/p>\n<p>HS: Ich muss vorausschicken, dass ich krankheitsbedingt seit Dezember pausieren musste und daher nicht mehr aktiv im Vorstand war. Leider gab es zum Zeitpunkt meiner \u201aR\u00fcckkehr\u2019 einige Vorkommnisse, die dann zu meinem R\u00fccktritt gef\u00fchrt hatten.  Aus diesem Grund habe ich die Ereignisse um Sertan G\u00fcnes auf die gleiche Weise erfahren wie alle anderen Fans auch. Einen detaillierteren Einblick hatte ich auch nicht. Es ist sicherlich f\u00fcr alle sehr verwunderlich, insbesondere, weil man Sertan &#8211; vielleicht nicht unbedingt als \u201aFels in der Brandung\u2018 &#8211; wohl aber als ein Sportklub Urgestein am Platz sehen m\u00f6chte. Mit der Suspendierung kratzt man quasi symbolisch an einer Legende und so etwas wird immer verwundern. Was im Detail abgelaufen ist, kann ich mangels Informationen nicht kommentieren. Doch unabh\u00e4ngig davon sind wir alle einem Alterungsprozess unterworfen, und dieser macht auch vor dem Sertan nicht halt, auch wenn man ihn ruhig als starken \u201egstandenen\u201c Mann bezeichnen kann. Unbestritten von der vorliegenden Entscheidung war Sertan sicherlich einer jener, der die Mannschaft in den wichtigen Momenten zusammenhalten konnte \u2013 aber offenbar d\u00fcrfte etwas vorgefallen sein, das gewisse Zweifel an der Erf\u00fcllung seiner wichtigen Aufgabe aufkommen lie\u00df, trotzdem er sehr lange sehr erfolgreich war.       <\/p>\n<p>On Tour: Wer sollte Deiner Meinung nach die Rolle des Kapit\u00e4ns \u00fcbernehmen?<\/p>\n<p>HS: Um ehrlich zu sein, das weiss ich nicht. Ich w\u00fcrde diese Entscheidung aber ganz gerne anderen \u00fcberlassen. Das muss jemand beurteilen, der die Spieler nicht nur vom spielerischen K\u00f6nnen sondern auch von der Pers\u00f6nlichkeit richtig einsch\u00e4tzen kann. Ich glaube die Aufgabe eines Kapit\u00e4ns ist es nicht nur gut zu spielen, sondern vorallem auch die Mannschaft in die richtige Richtung zu f\u00fchren. Im Grunde genommen ist der Kapit\u00e4n schon auch ein Aush\u00e4ngeschild einer Mannschaft. F\u00fcr diese Entscheidung muss man die Spieler wirklich kennen. Da bin ich als kleiner Funktion\u00e4r, der eine sehr konkrete Aufgabe im Vorstand hatte, nicht der Beste.<\/p>\n<p> On Tour:  Du warst Angeh\u00f6riger der Stadiongruppe Hernals. Auf der Homepage www.stadion-hernals.at resultiert der letzte Eintrag vom 01.01.2013. Dieser Eintrag besagt, das die Stadiongruppe aufgrund von Zerw\u00fcrfnissen ihre T\u00e4tigkeit beendet. Was ist seitdem passiert?<\/p>\n<p> HS: Die Zerw\u00fcrfnisse, die Du da ansprichst, resultierten noch aus der damaligen Stadiongruppe und der damaligen Vereinsf\u00fchrung unter Udo Huber und Manfred Modli. Als Stadiongruppe mussten wir feststellen, dass man ohne offizielles Mandat nicht f\u00fcr den Verein sprechen kann, gar keine Rede vom Verhandeln mit den beteiligten Parteien. Wir waren damals auf die Vereinsf\u00fchrung als unser Sprachrohr angewiesen und dies hat nicht wirklich funktioniert.<br \/>\nEs gab dann eine Pause in der Stadiondiskussion bis zur Wahl des Vorstands im Juni 2013. Da ich die Themen der Stadiongruppe nicht einfach untergehen lassen wollte, bewarb ich mich f\u00fcr eine Funktion im Vorstand.<br \/>\nSeit der Wahl waren wir sehr aktiv. Fortschritte gab es aus meiner Sicht bis letzten November leider trotzdem keine &#8211; das ist irgendwie das Paradoxe daran. Ich w\u00fcrde mal behaupten, dass von Vereinsseite sehr viel gearbeitet wurde. Es gab auch sehr viele Besprechungen mit den unterschiedlichsten politischen Stellen, auch mit m\u00f6glichen Bautr\u00e4gern. Aus meiner Sicht war es trotzdem so etwas wie ein Gang im Kreise. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass die Politik auf Zeit spielt und an einer echten L\u00f6sung gar nicht ehrlich interessiert war. Im November 2014 kam endlich Bewegung in die Diskussion: da gab es ein wirklich gutes Treffen mit der Magistratsabteilung 51. Die MA 51, also das Sportamt, ist nun mal der Eigent\u00fcmer und ohne Eigent\u00fcmer l\u00e4\u00dft sich schwer verhandeln. Dies mal v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, was wir uns als Verein oder als Fans w\u00fcnschen.<br \/>\nIch hatte immer das Gef\u00fchl, dass es von Seiten der MA51 gegen\u00fcber der neuen Vereinsleitung gro\u00dfes Misstrauen gab. In den vergangenen eineinhalb Jahren sp\u00fcrte man auch kein Interesse dieses Misstrauen von Seiten der MA51 abzubauen. In jenem besagten Novembertreffen brach dann das Eis und man konnte einen Hauch von ehrlichem Miteinander sp\u00fcren. F\u00fcr mich der Auftakt in eine neue \u00c4ra. Wenn du mehr wissen m\u00f6chtest, kann ich gerne mehr erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>On Tour: Doch, absolut \u2013 erz\u00e4hl nur, bitte. Was ist passiert?<\/p>\n<p>HS: Passiert ist sehr viel. Zu Beginn stand der Vorwurf der Chaotentruppe des Wiener SK im Raum. Die letzten Jahre hat man den Verein vor allem damit verbunden, das es unterschiedlichste Meinungen und Ziele gibt.<\/p>\n<p>On Tour: Wirtschaftliche?<\/p>\n<p>HS: Gar nicht nur wirtschaftliche, sondern auch im Auftreten. Es wurde immer wieder kritisiert, dass es nicht die eine, geeinte Stimme gibt, mit der gesprochen wird \u2013 dass aus allen verschiedenen Ecken und Enden unterschiedliche Zurufe passieren und dass man nie genau sagen k\u00f6nnte, wof\u00fcr der Verein eigentlich steht. Es gab starke Bem\u00fchungen diese Vorw\u00fcrfe zu beseitigen und zu \u00fcberzeugen, dass die neue Vereinsf\u00fchrung Strukturen aufbaut, um nicht weiteres Chaos zu veranstalten. Der zweite Vorwurf war, dass von Seiten des Vereins noch nichts aktiv zur Stadiondiskussion beigetragen wurde.<br \/>\nDie Stadt empfand das damalige \u201aARWAG-Projekt\u2018 als Vorleistung \u201eWir haben f\u00fcr euch, den Verein, etwas geleistet, das ihr als Verein nicht wolltet &#8211; nun seid ihr dran selbst aktiv zu werden\u201c<br \/>\nWir haben dann unterschiedliche Finanzierungskonzepte vorgelegt. Diese Finanzierungsmodelle wurden in Form von sogenannten groben Bebauungsstudien visualisiert. Das sind also noch keine detaillierten Pl\u00e4ne. Diese unterschiedlichen Studien wurden mit den verhandelnden Parteien besprochen. Insgesamt gab es 5 verschiedene Varianten, von sehr gro\u00df bis sehr klein, von \u201anur Stadion\u2018 bis zu \u201aStadion mit unterschiedlichsten Querfinanzierungsideen\u2018, die wir eh schon alle kennen bis hin zum Wohnbau. Man hat sehr viel gezeichnet und gerechnet. Wie gesagt, aus meiner Sicht hat man hier versucht die Rechnung ohne den Wirt zu machen &#8211; und der heisst nun mal \u201aSportamt\u2019.<\/p>\n<p>On Tour: Sofern ich es richtig verstanden habe, l\u00e4sst sich sagen, dass das Klima seit November 2014 bis dato deutlich besser wurde. Gibt es ein Konzept? Wird vom Verein eine Mitfinanzierung, eine Kostenbeteiligung verlangt?<\/p>\n<p>HS: Eine Kostenbeteiligung wird vorerst nicht verlangt, weil nicht nur der Verein selbst, sondern auch die politischen Stellen durchaus wissen, dass der Verein nicht gerade in Geld schwimmt. Es ist in der jetzigen Situation nicht m\u00f6glich einen Beitrag, der \u00fcber Symbolwirkung hinausgeht zu leisten, da wir beim Sportclub Platz von Betr\u00e4gen in zweistelliger Millionenh\u00f6he sprechen.<\/p>\n<p>On Tour: Sofern ein Teil der Fl\u00e4che abgegeben wird, k\u00f6nnte ein Gegenwert bzw. Kapital zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p>HS: Das ist richtig, aber nicht vom Verein weil dieser nur P\u00e4chter dieser St\u00e4tte ist. D. h. derjenige, der diesen von Dir angesprochenen Gegenwert zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnte, w\u00e4re das Sportamt und in weiterer Folge die Stadt. Das ist auch die Idee, mit der die Stadt derzeit versucht das Problem zu l\u00f6sen. Die Stadt sagt: \u201eO.K. \u2013 wir stellen ein Grundst\u00fcck zur Verf\u00fcgung und der Entwickler des Grundst\u00fccks muss im Gegenzug den Platz sanieren\u201c.<br \/>\nDiese Idee ist prinzipiell einmal nicht so verkehrt, abgesehen davon, dass ein Stadion nat\u00fcrlich ein Stadion sein will und nicht Grund und Boden f\u00fcr eine dar\u00fcber fliegende Bebauung &#8211; unabh\u00e4ngig davon ob Wohnungen oder B\u00fcros oder was auch immer.  Eine weitere Problematik dieser Idee ist nat\u00fcrlich auch, dass die \u00f6ffentliche Hand so etwas wie einen \u00f6ffentlichen Ort, und ein Stadion ist, glaube ich, schon als \u00f6ffentlicher Ort zu bezeichnen,  an Private Institutionen verkauft. In der Bauwirtschaft spricht man von sgn. PPP Modellen, (Public-Private Partnership). Die \u00f6ffentliche Hand hat kein Geld &#8211; l\u00e4sst ein Geb\u00e4ude von Privaten finanzieren und mietet dieses Geb\u00e4ude anschlie\u00dfend zur\u00fcck. Das mag zwar prinzipiell eine Variante sein, allerdings birgt dies auch die Gefahr des Ausverkaufs \u00f6ffentlicher R\u00e4ume in sich. Man muss auf lange Sicht gesehen, sehr gut \u00fcberlegen, ob man sich als Stadt Wien in die Geiselhaft eines privaten Investors begeben m\u00f6chte. Am besten w\u00e4re daher, die Stadt leistet den notwendigen Beitrag ganz einfach selbst.<\/p>\n<p>On Tour: Wird sie das tun? Wird sie diesen Beitrag selbst finanzieren?<\/p>\n<p>HS: Ich w\u00fcrde meinen, dass angesichts der bevorstehenden Gemeinderatswahlen, und jeder, der sich ein wenig mit diesen politischen Koalitionsvertr\u00e4gen auskennt, weiss, dass alles was nicht in einen solchen Koalitionsvertrag hinein verhandelt wurde, auch nicht w\u00e4hrend der Legislaturperiode nachtr\u00e4glich finanziert werden kann, jetzt der beste Moment ist, um diesen Beitrag einzufordern.  Die gro\u00dfen Klubs, welche wir alle kennen, ob Gr\u00fcn oder Violett, haben in der letzten Zeit gen\u00fcgend Geld erhalten. Deren Hunger sollte jetzt einmal gestillt sein. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass es f\u00fcr manche politische Stellen durchaus notwendig ist mit einem Vorzeigeprojekt w\u00e4hrend der n\u00e4chsten 5 Jahre zu punkten. Eine Zusage in dieser Form gibt es aber noch nicht. In der letzten Mitgliederversammlung sprach Pr\u00e4sident Tromayer von einer Zusage f\u00fcr ein Bundesligataugliches Stadion. Das wird ohne einen Beitrag der Stadt nicht m\u00f6glich sein. Insofern gehe ich davon aus, dass die Stadt einen Beitrag leisten wird. Sie wird nur versuchen, diesen Beitrag so klein wie m\u00f6glich zu halten.<\/p>\n<p>On Tour: In wie vielen Jahren wird fr\u00fchestens mit einem derart Bundesligatauglichen Stadion zu rechnen sein?<\/p>\n<p>HS: Das ist ein langer Weg und h\u00e4ngt von einer grundlegenden Entscheidung ab. Wird das Stadion als Stadion saniert, ohne jegliche sonstige Querfinanzierung, ist so etwas ab dem Zeitpunkt einer Zusage innerhalb von 2,5 bis 3 Jahren inklusive Realisierung machbar.<br \/>\nIst es notwendig irgendetwas Andersartiges dar\u00fcber zu bauen um Geld locker zu machen, (Querfinanzierung) w\u00e4re dies ein wesentlich beschwerlicherer und l\u00e4ngerer Weg. In diesem Fall m\u00fcsste die Widmung von Gr\u00fcnland erstmal in Bauland ge\u00e4ndert werden. So ein Umwidmungsprozess hat rechtliche Fristen, die einzuhalten sind. Es k\u00f6nnen Beeinspruchungen entstehen usw. In diesem Fall sprechen wir von rund 3 bis 4 Jahre.<\/p>\n<p>On Tour: Vor einigen Jahren wurde die Kapazit\u00e4t der Friedhofstrib\u00fcne reduziert. Warum? Wieso? Weshalb? Wer hat dies veranlasst?<\/p>\n<p>HS: Es handelt sich hier um eine Veranstaltungsst\u00e4tte und eine solche muss immer den aktuellen Auflagen \/ Bestimmungen entsprechen. Seit in Innsbruck bei der Air &#038; Style eine Massenpanik ausbrach, haben die Beh\u00f6rden Auflagen und Normen versch\u00e4rft. Im Fall der FHT kamen neue Auflagen f\u00fcr die Wellenbrecher, welche diese aktuell nicht erf\u00fcllen. Man hat sich daher darauf geeinigt, das maximal zul\u00e4ssige Fassungsverm\u00f6gens auf der Friedhofstrib\u00fcne zu reduzieren. \u00dcber die Jahre, durch neue Regeln, k\u00f6nnte so die Kapazit\u00e4t der FHT st\u00fcckweise immer weiter reduziert werden. Davon ist jedoch nicht auszugehen, gegebenenfalls m\u00fcssten die Wellenbrecher an die aktuell g\u00fcltigen Vorschriften angepasst werden. Urspr\u00fcnglich waren auf der FHT 2100 Personen zugelassen, dies w\u00e4re auch wieder m\u00f6glich.<\/p>\n<p>On Tour: Ich sage es gleich, die n\u00e4chste Frage ist rein theoretischer und fiktiver Natur. Angenommen der Sportklub wird Meister in der Ostliga, beantragt und erh\u00e4lt die Lizenz. Was muss nach derzeitiger Absch\u00e4tzung an Geldern investiert werden, um die mindeste Bundesligatauglichkeit des Sportclubplatzes herzustellen, ausgegangen vom jetzigen Istzustand?<\/p>\n<p>HS: Im jetzigen Zustand in der Minimalvariante?<\/p>\n<p>On Tour: Genau<\/p>\n<p>HS: F\u00fcr die erste Liga gelten nahezu die selben Vorschriften wie f\u00fcr die Bundesliga. Es ist nur mehr ein relativ kleiner Schritt dazwischen. Sparen k\u00f6nnte man bei den Anforderungen aufgrund der Fernseh\u00fcbertragungsm\u00f6glichkeiten. Hier gibt es einen Katalog an R\u00e4umlichkeiten, welche man vorerst einmal noch nicht braucht. Ich sch\u00e4tze, es w\u00fcrde in etwa ein Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>On Tour: Doch so viel?<\/p>\n<p>HS: Ja, schon.<\/p>\n<p>On Tour: Doch nun zur letzten Frage, vorab, endlich f\u00fchre ich mal mit einem Architekten ein Interview. Nun, das Wort Architektur bezeichnet ja im weitesten Sinne die Auseinandersetzung des Menschen mit dem bebauten Raum. Was bedeutet Architektur f\u00fcr Dich?    <\/p>\n<p> HS: Das in kurzen wenigen S\u00e4tzen zu beantworten ist nicht so leicht. Architektur ist nat\u00fcrlich Lebensraum, Lebensraum betrifft uns alle. Drau\u00dfen wie im Zwischenraum, der sogenannte \u00f6ffentliche Raum von dem man spricht, privater und \u00f6ffentlicher Raum. Architektur als solches ist f\u00fcr mich die Befriedigung eines Grundbed\u00fcrfnisses. \u201aSchutz vor den Witterungsverh\u00e4ltnissen\u2018. Dar\u00fcber hinaus versucht sich die Architektur zur Kunst zu erheben, das war sie auch sehr lange Zeit &#8211; Baukunst. Heute reichen die Aufgaben viel weiter. Es geht um soziale Aspekte genau so wie um Klimaschutz bis hin zu technischen Herausforderungen. Architektur hei\u00dft auch \u201eder Allestechniker\u201c. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist der Wohnbau ein sehr spannendes Thema, weil dort jeder normale Mensch, auch jene, die sich nicht so sehr mit Architektur besch\u00e4ftigen, ganz eindeutig davon betroffen ist und auch eine eigene Meinung dazu hat. Die Architektur muss zusehen von einem elit\u00e4ren Level wieder herunterzukommen, um wieder f\u00fcr alle zug\u00e4nglich zu werden. Dazu ist es auch notwendig dass die Leute verstehen was Architektur leisten kann. Gute Architektur muss nicht mehr kosten, sie muss mehr k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>On Tour: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>HS: Gerne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit entnahmen wir der Homepage des Wiener SK das Herwig Spiegl aus dem Vorstand zur\u00fcckgetreten ist. 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