{"id":3756,"date":"2015-07-29T18:41:34","date_gmt":"2015-07-29T16:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=3756"},"modified":"2015-07-29T18:41:34","modified_gmt":"2015-07-29T16:41:34","slug":"retzerland-reblaus-wein-sand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/retzerland-reblaus-wein-sand\/","title":{"rendered":"Retzerland, Reblaus, Wein &#038; Sand\u2026."},"content":{"rendered":"<p>Eine Woche vor Beginn der Regionalliga Meisterschaft 2015\/2016 fand noch ein letztes Testspiel des Wiener SK, ausw\u00e4rts in Retz statt. Die Stadt Retz, ber\u00fchmt f\u00fcr den Wein, aber auch architektonisch hat die Metropole des Weinviertels durchaus einiges zu bieten und ist als \u201e<a href=\"http:\/\/www.stadtmauerstaedte.at\/content.php?pageId=6842\" target=\"_blank\">Stadtmauernstadt<\/a>\u201c durchaus eine Empfehlung sowie eine n\u00e4here Betrachtung wert. <!--more--><\/p>\n<p>Angeblich soll dort ja auch schon die eine oder andere Fernsehserie gedreht worden sein. Abgesehen von den \u00fcblichen Ausw\u00e4rtsfahrten nutze eine kleine aber feine \u201eVorababordnung\u201c von 3 Personen die Gelegenheit um gleich das ganze Wochenende in Retz zu verbringen.<br \/>\nVom Bahnhof Floridsdorf sollte die Anfahrt am Freitag mit einer rund 60min\u00fctigen Fahrzeit keine allzu gro\u00dfe Schwierigkeit darstellen und die vorab gebuchte Pension war auch recht schnell gefunden. Und hier setzte auch bereits der erste \u201ewow\u201c Effekt ein. Ein altes historisches Geb\u00e4ude, welches durch seine Zubauten und Ausstattungsutensilien eine durchwegs innovative Kombination zwischen Tradition und Moderne ausstrahlte, die durchaus zum \u201eInnehalten\u201c einlud.<\/p>\n<p>Kurz nach dem Bezug der Zimmer machte sich der Hunger bemerkbar und so wurde dem Schlo\u00dfgasthof mit hauseigener Weinproduktion ein Besuch abgestattet. Auf der Speisekarte stach die \u201eRetzer Rolle\u201c hervor. Im Prinzip \u00e4hnlich den Rindsrouladen, jedoch mit Schweinefleisch statt aus Rindfleisch gemacht. Es sollte sich als durchwegs neues und ungew\u00f6hnliches Geschmackserlebnis herausstellen. Eine absolute \u201eWucht\u201c war jedenfalls die Leberkn\u00f6delsuppe.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wollten wir eigentlich eine im Stadtzentrum befindliche Buschenschank aufsuchen. Hierbei stach, alleine schon vom Namen, die Lokalit\u00e4t \u201eZum rostigen Anker\u201c hervor, welche allerdings leider geschlossen hatte, wodurch wir mit dem \u201eStadtcafe\u201c vorlieb nahmen.<\/p>\n<p>Noch am selben Abend hatten wir die Idee, die am Samstag aus Wien anreisenden Awayfans vom Bahnhof abzuholen und Ihnen ein paar Stamperl mit durchsichtiger Fl\u00fcssigkeit bereitzustellen.<\/p>\n<p>Somit w\u00e4ren wir bereits beim Samstag angelangt, welcher, nach einem ausreichenden Fr\u00fchst\u00fcck am Retzer Stadtplatz, seinen Beginn nehmen sollte. Lediglich die relativ zahlreichen und l\u00e4stigen Wespen beeintr\u00e4chtigten ein kleinwenig das kulinarische Vergn\u00fcgen am Morgen. Allerdings war durchaus interessant zu beobachten, wie sehr diese kleinen fliegenden Tiere auf Schinken zu stehen schienen. Gegen die Geb\u00fchr von Euro 1,00 je Person gelangten wir noch zu den 128 Stufen, welche auf den Retzer Turm f\u00fchrten \u2013 alleine schon durch die bestechende Aussicht ein idealer Platz zum \u201eFotos machen\u201c.<\/p>\n<p>Mit rund 10min\u00fctiger Versp\u00e4tung traf der Zug aus Wien schlie\u00dflich in Retz ein. Nach dem ersten kleinen Begr\u00fc\u00dfungsumtrunk ging es dann zum Stadtplatz weiter. Der Gro\u00dfteil der \u201eAwayfans\u201c nahm an einer, von der Reiseleitung organisierten F\u00fchrung, im Retzer Erlebniskeller teil, welcher, so behauptet dies zumindest die Stadt Retz, zeitgleich der gr\u00f6\u00dfte historische Weinkeller \u00d6sterreichs ist. Wir jedoch entschieden uns daf\u00fcr, bei einem am Stadtplatz befindlichen \u201eWeinstandl\u201c zu verweilen. Bereits nach wenigen Minuten fuhr eine Hochzeitsrunde, angef\u00fchrt durch einen Postbus, mehrfach \u00fcber bzw. entlang des Retzer Stadtplatzes. Insbesondere der Postbus stie\u00df bei den Einheimischen, ob des Fahrverbotes f\u00fcr Fahrzeuge \u00fcber 3,5 Tonnen, welches auf weiten Teilen des Stadtplatzes gilt, auf wenig Gegenliebe. Dazu wurde uns erkl\u00e4rt, das die unter dem Stadtplatz befindlichen Weinkeller mehrheitlich mit Sand aufgesch\u00fcttet wurden. Solange dieser feucht ist, w\u00e4ren Belastungen auf den dar\u00fcber befindlichen Stra\u00dfen zwar \u201ewurscht\u201c, aber aufgrund des tagelang anhaltenden, eklatant hei\u00dfen Wetters war man sich dessen am \u201eWeinstandl\u201c nicht mehr so sicher.<\/p>\n<p>Im Stadion selbst wuchs die Erkenntnis, das dieses Testspiel offenbar auf reges Interesse stie\u00df, zumindest die Haupttrib\u00fcne war ziemlich gut gef\u00fcllt. Aber vermutlich stand dies mit der am selben Abend stattfindenen Bausteinparty, einer doch recht gro\u00df und aufwendig organisierten Tombolaverlosung, in Zusammenhang. Die Retzer gewannen die Begegnung mit 4:1. Insbesondere die zweite Halbzeit hat den Verfasser dieser Zeilen schon ein wenig nachdenklich gestimmt. Vor allem die letzten 30 Minuten war die Abwehr des Wiener SK so gut wie nicht mehr vorhanden. Aber Testspiel bleibt Testspiel. In der ersten Runde gegen Parndorf wird eine n\u00e4here, realistischere erste Standortbestimmung in Ans\u00e4tzen erkennbar werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der \u00fcberwiegende Gro\u00dfteil der Awayfans den letzten Retourzug um 20.17 Uhr von Retz nach Wien nahmen, hatte die \u201eVorababordnung\u201c noch eine Nacht bzw. einen Tag zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise dauert es ja, je nach dem, l\u00e4nger oder k\u00fcrzer, aber irgendwann kommt der Sonntag mit Sicherheit \u2013 Unaufhaltsam. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck checkten wir aus unserem G\u00e4stehaus aus und begaben uns zum Bahnhof. Dort wird von der N\u00d6VOG ein Nostalgiesonderzug von Retz nach Drosendorf betrieben, welcher am Samstag-, Sonn- und Feiertagen, in den Sommermonaten, jeweils 3x t\u00e4glich verkehrt. Der Reblausexpress! Historische Waggons und eine ebenso in die Jahre gekommene Diesellokomotive vermitteln ein Reisegef\u00fchl wie zu \u201eGro\u00dfmutters Zeiten\u201c auf der rund 40 Kilometer langen Strecke \u201ein`s\u201c Thayatal. Das ist \u201ehalt\u201c noch ein Zug, ein \u201ecooler\u201c Zug \u2013 und nicht so ein neumodisches Klumpert (man m\u00f6ge diesen Ausdruck verzeihen, es ist ohnehin mit einem Augenzwinkern gemeint). Die Gep\u00e4cksf\u00e4cher (Netze zwischen Metallgest\u00e4nge) bieten Platz f\u00fcr Gep\u00e4ck, was den Namen auch verdient. Dieses darf sogar gr\u00f6\u00dfer als ein Laptop sein, um einen Vergleich zur Hinfahrt von Floridsdorf nach Retz zu ziehen. Besonders zu erw\u00e4hnen ist der Heurigenwaggon im Reblausexpress. Regionale Winzer stellen Buffet und Getr\u00e4nke zur Verf\u00fcgung und betreiben, in Kooperation mit einem sozialen Verein aus Hollabrunn, den Heurigenwagen. Ein durchwegs l\u00f6bliches Unterfangen. Das Herz des Verfassers dieser Zeilen, jenes eines bekennenden Eisenbahn Enthusiasten, schlug bereits beim Anblick dieses Zuges h\u00f6her.<\/p>\n<p>Um Euro 19,00 erwarben wir schlie\u00dflich im Zug das Ticket f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckfahrt. Der dortige Reisebetreuer wusste mit zahlreichen geschichtlichen wie geographischen Gegebenheiten zu \u00fcberzeugen. Vorbei an diversen, in einer malerischen Landschaft gelegenen, zahlreichen Stationen erreichten wir schlie\u00dflich nach einer Fahrzeit von 75 Minuten Drosendorf. Eine weitere sogenannte \u201e<a href=\"http:\/\/www.stadtmauerstaedte.at\/content.php?pageId=6837\" target=\"_blank\">Stadtmauernstadt<\/a>\u201c<\/p>\n<p>Dankenswerterweise war man so nett und bot uns die Gelegenheit, unser Gep\u00e4ck in der dortigen Fahrdienstleitung versperrt, zwischenlagern zu k\u00f6nnen. Der Empfehlung unserer Zug Reisebegleitung folgend, suchten wir eine Gasthof Pension auf. Zu unserer Verwunderung war die dortige Essensausgabe lediglich auf Zeiten zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr sowie zwischen 18.00 Uhr und 21.00 Uhr beschr\u00e4nkt. Daf\u00fcr erhielten wir dann die Aufkl\u00e4rung, das wir nur ja nicht annehmen sollen, das \u201eLeute\u201c nach 14.00 Uhr \u201ehackeln\u201c. Freundlichkeit stand in dieser Gastst\u00e4tte offenbar nicht sehr hoch im Kurs. Auch sonst wurde der Eindruck vermittelt, das man auf Ums\u00e4tze keinen besonderen Wert zu legen schien. Die Bedienung kam, wenn \u00fcberhaupt, alle heiligen Zeiten mal vorbei. Zwei neben uns befindliche Personen (Touristen) beschlossen jedenfalls eine andere Alternative zu suchen und gingen wortlos. Offenbar hatte das Personal dieser Lokalit\u00e4t wichtigeres zu bereden und so plauderte man daf\u00fcr lieber untereinander in der Wirtsstube. Und ganz generell erschien es eigenartig, dass der\/die einen zumindest W\u00fcrstel serviert bekamen, w\u00e4hrend man andere G\u00e4ste mit der Information der geschlossenen K\u00fcche versorgte.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wollten auch wir noch etwas Essen und suchten uns eine Alternative. An der Hauptstra\u00dfe fanden wir diese in Form eines \u201eCafe\u201c mit einem \u00e4u\u00dferst netten, im Schatten gelegenen Gastgarten. Ich wusste nicht so recht was ich zu mir nehmen sollte. Ein \u201eBeichtgeheimnis\u201c oder doch lieber das \u201ePranger Pfandl\u201c?. Schlie\u00dflich entschied ich mich f\u00fcr das \u201ePranger Pfandl\u201c, eine Variation aus verschiedenen gegrillten Fleischsorten mit Pommes und Gem\u00fcse. Das Essen war durchaus passabel und die Bedienung war nett, h\u00f6flich und freundlich. Zur\u00fcck am Bahnhof erhielt der Reisebetreuer Feedback zu unseren Erlebnissen in Drosendorf. Dort erfuhren wir auch von der Vereinbarung mit dem \u201eersten Wirt\u201c, hinsichtlich einer \u00fcber den ganzen Tag offen zu haltenden K\u00fcche.<\/p>\n<p>Und bei der R\u00fcckfahrt nach Retz genossen wir abermals den Heurigenwaggon sowie die M\u00f6glichkeit, auf der Plattform der Waggons rauchen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber wie dem auch sein, jedes noch so nette Wochenende geht einmal vor\u00fcber und so endete der Abend des Sonntag dort, wo der Nachmittag des Freitag begonnen hatte, in einer Gastst\u00e4tte am Floridsdorfer Bahnhofs.<\/p>\n<p>-km1316-<\/p>\n<p>[Best_Wordpress_Gallery id=&#8220;5&#8243; gal_title=&#8220;Retz_2015-07-25&#8243;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche vor Beginn der Regionalliga Meisterschaft 2015\/2016 fand noch ein letztes Testspiel des Wiener SK, ausw\u00e4rts in Retz statt. 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