{"id":3830,"date":"2015-09-11T06:41:49","date_gmt":"2015-09-11T04:41:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=3830"},"modified":"2015-09-11T06:42:00","modified_gmt":"2015-09-11T04:42:00","slug":"pietaetlosigkeit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/pietaetlosigkeit-2\/","title":{"rendered":"Piet\u00e4tlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Wir, die Freund_innen der Friedhofstrib\u00fcne, wollen mit der Ver\u00f6ffentlichung dieses Briefes Stellung beziehen und zwar f\u00fcr unseren Freund und unser langj\u00e4hriges Mitglied Erwin Sochurek, einem sanften, gro\u00dfherzigen Menschen und f\u00fcr die vielen Freunde und Freundinnen, Friedhofstrib\u00fcnenbesucherInnen und Bekannten, die ihm seinen Wunsch erm\u00f6glichten und sein Andenken hochhalten. Wir wollen damit auch die auf einer bekannten Webseite ge\u00e4u\u00dferten Meinungen zu seinem Tod und das L\u00e4cherlichmachen der Solidarit\u00e4t so vieler Menschen entschieden zur\u00fcckweisen!<\/p>\n<p>Gewidmet \u201eDem Verfasser\u201d<!--more--><\/p>\n<p>Zur Einf\u00fchrung noch einmal die vom Verfasser verwendete Textpassage:<br \/>\n\u201eDiese Trivial-Romantik f\u00fchrte sogar so weit, dass man vor ein paar Monaten im \u201eFu\u00dfball in Hernals\u201d einem verstorbenen WSK-Anh\u00e4nger aus Gr\u00fcnden des Totenkults unterstellte, sein \u201eletzter Wunsch\u201d sei ein Begr\u00e4bnis in der N\u00e4he des Platzes gewesen. Der Verfasser ist sich sicher, dass das nicht der Fall gewesen war. So meschugge ist hoffentlich keiner, dass er f\u00fcr solchen Unsinn ausgerechnet seinen \u201eletzten Wunsch&#8220; verschwenden w\u00fcrde.\u201d<\/p>\n<p>Sie f\u00fchren seit Jahren einen virtuellen Kleinkrieg in Ihrem Blog gegen einen Fu\u00dfballverein und die dort handelnden Personen, bei dem es in erster Linie darum geht, alle diese Menschen l\u00e4cherlich zu machen. Dabei wurden von Ihnen wiederholt grenz\u00fcberschreitende Beleidigungen publiziert. Ich wei\u00df, wir leben in modernen Zeiten, in denen im Internet sehr einfach jeder seinen M\u00fcll abladen kann; eine neue Form der Nachrichten\u00fcbertragung und -verbreitung. Was fr\u00fcher journalistischer Sorgfalt unterlegen ist, kann jetzt ungepr\u00fcft, schrankenlos ver\u00f6ffentlicht werden. Ohne jede Recherche, ohne \u00fcber eine Materie wirklich Bescheid zu wissen, ohne jede redaktionelle Schranken. Diese neue Freiheit kann man sehen wie man will, aber sie bedeutet nicht, dass Unwahrheiten, Beleidigungen und in meinem Fall Verletzungen von Piet\u00e4tsgef\u00fchlen unwidersprochen verbreitet werden k\u00f6nnen! In Ihrem Fall von jemandem, der weder den Verstorbenen, seine Angeh\u00f6rigen, noch seine Freunde etc. kennt, sich aber aus dubiosen Gr\u00fcnden des Internetkriegs gegen einen Fu\u00dfballverein bem\u00fc\u00dfigt f\u00fchlt, seinen piet\u00e4tlosen Senf dazu abzugeben. Warum? Kennen Sie keine Grenzen? Anscheinend nicht.<br \/>\nIn ihrem blinden Hass auf diesen Fu\u00dfballverein gehen sie sogar soweit, eine menschlich vorbildliche Fanaktion in den Dreck zu ziehen. Nun k\u00f6nnte ich mir denken, das Ganze reihe sich nur in eine lange Kette von Beleidigungen, die Sie in den vergangenen Jahren publiziert haben. Sozusagen nichts Neues. Aber diesmal haben Sie f\u00fcr mich eine Grenze \u00fcberschritten, nicht nur weil ich davon pers\u00f6nlich betroffen bin (deswegen war meine Reaktion auch emotionaler als sonst), nein, sie h\u00e4tten diese Grenze f\u00fcr mich auch \u00fcberschritten, wenn ich den Verstorbenen gar nicht gekannt h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Gut, in meinem Fall haben Sie aber damit einen Menschen getroffen und verletzt, der im Unterschied zu Ihnen, den Verstorbenen Erwin Sochurek sehr gut gekannt und sch\u00e4tzen gelernt hatte. Das Wort Freund wird oft sehr inflation\u00e4r verwendet, hier steht es tats\u00e4chlich f\u00fcr alles, was man so gerne damit verbindet. Erwin war schon sehr lange vor seinem Tod in einer prek\u00e4ren gesundheitlichen Situation, wie ich selbst in dieser Zeit. Das schwei\u00dfte uns noch mehr zusammen als \u00fcblich, wir versuchten uns gegenseitig Mut zu machen, nicht Aufgeben war die Devise. Gemeinsam versuchten wir R\u00fcckschl\u00e4ge zu \u00fcberwinden, wenn wir zum Beispiel gar nicht mehr in der Lage waren, aus dem Haus zu gehen oder auf unseren geliebten Fu\u00dfballplatz zu kommen. Keine Ahnung, ob Sie selber schon einmal in so einer Lage gewesen sind, kann ihnen aber versichern, dass man da sehr viel \u00fcber den Tod nachdenkt. Nat\u00fcrlich in erster Linie, wie man diesem entgehen kann. Aber auch ebenso dar\u00fcber, was passiert, wenn nicht. Die Angst davor, alles k\u00f6nnte auf einmal vorbei sein, ist eigentlich das Schlimmste dabei. <\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen mir glauben, an diesem t\u00e4glichen Kampf um das \u00dcberleben ist auch f\u00fcr Fu\u00dfballerotiker, wie Sie uns in ihrem Pamphlet nennen, nichts Romantisches! Ja, wir zwei Meschuggenen, so nennen Sie uns in Ihrem Geschreibsel, haben uns, um diesem Tod leichter in die Augen sehen zu k\u00f6nnen, gew\u00fcnscht, wenn er denn schon unvermeidlich sein sollte, dann wollen wir wenigsten hinter unserem liebsten Ort begraben werden, weil das halt zuf\u00e4llig m\u00f6glich ist, denn hinter unserer Trib\u00fcne oder in unmittelbarer N\u00e4he befinden sich zwei Friedh\u00f6fe. Das diente wie gesagt gar nicht dazu, um im Voraus unsere Begr\u00e4bnisse zu planen, wir h\u00e4tten beide gar nicht das n\u00f6tige Geld dazu gehabt, um ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wir stellten uns auch keine Heldengr\u00e4ber vor, wie sie es in weiteren Verunglimpfungen nennen, sondern ein ganz normales Grab, wie es tausende andere Wiener auf den Friedh\u00f6fen haben. Nichts Besonders. Das einzig Besondere sollte die N\u00e4he zu unserer Trib\u00fcne sein. Es half uns wie gesagt, die Gedanken an den Tod ertr\u00e4glicher zu machen. Also eine, wie wir damals dachten, unrealistische Wunschvorstellung, die wir uns aber trotzdem g\u00f6nnten.<br \/>\nDer Erwin hatte seinen Kampf ums \u00dcberleben heuer leider verloren. Und ich damit einen guten Freund und Weggef\u00e4hrten. Auch ich w\u00e4re nicht in der Lage gewesen, dem Erwin ein normales Begr\u00e4bnis und Grab zu erm\u00f6glichen, dazu reichen, wie oben erw\u00e4hnt, meine finanziellen M\u00f6glichkeiten bei weitem nicht aus, denn auch ganz ohne Heldenbrimborium kostet so eine Grabstelle einen Haufen Geld, v\u00f6llig egal auf welchem Friedhof. F\u00fcr sehr viele Menschen, mehr als Sie sich vielleicht vorstellen k\u00f6nnen, ein unerschwingliches Privileg. Ich Rate Ihnen, einmal \u00fcber das Gr\u00e4berfeld am Zentralfriedhof zu gehen, das f\u00fcr Armenbegr\u00e4bnisse der Stadt Wien reserviert ist, Sie werden dar\u00fcber erschrecken, wie viele das eigentlich sind. <\/p>\n<p>Und hier beginnt f\u00fcr mich das Perfide und v\u00f6llig Unverst\u00e4ndliche an Ihren Ausf\u00fchrungen. Kenne Ihre tats\u00e4chlichen finanziellen Umst\u00e4nde nicht, aber ich nehme an, Sie verf\u00fcgen \u00fcber gen\u00fcgend Geld, um wenigstens f\u00fcr ein ganz normales Grab auf einem der Wiener Friedh\u00f6fe vorgesorgt zu haben. Aus dieser Position heraus machen Sie sich \u00fcber Menschen lustig, die das nicht k\u00f6nnen und deshalb in einer gemeinsamen Spendenaktion versuchen, die n\u00f6tigen Mittel daf\u00fcr aufzutreiben. Unglaublich eigentlich! In einem ihrer Mails w\u00f6rtlich: \u201eSie Emp\u00f6rter, sie!\u201c Ja ich bin dar\u00fcber emp\u00f6rt, entsetzt und verletzt. Mir ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Speiben, und die beiden letzten Tage nach dem Lesen ihrer Zeilen waren alles andere als einfach f\u00fcr mich. <\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck in die Vergangenheit. F\u00fcr mich war es einer der sch\u00f6nsten Momente im Zusammenhang mit der Friedhofstrib\u00fcne, als einige andere Freunde und Freundinnen vom Erwin aufstanden und meinten, nein, wir wollen unseren Erwin nicht in einem Armengrab verscharren lassen, wir versuchen mit einer Spendenaktion das n\u00f6tige Geld f\u00fcr ein normales Begr\u00e4bnis und Grab zusammenzulegen. Ja, ich habe wirklich geheult dar\u00fcber, als es tats\u00e4chlich realisiert werden konnte. Vereins\u00fcbergreifend trudelten die Gelder ein, die Neusiedler, die zum Erwin eine besondere Beziehung hatten, organisierten eine eigene Spendensammlung, die Fans vom Erzrivalen Vienna und viele andere mehr. Es gibt viele sch\u00f6ne Geschichten im Fu\u00dfball, aber diese geh\u00f6rt f\u00fcr mich pers\u00f6nlich zu den sch\u00f6nsten!<br \/>\nDas Transparent der Viennafans f\u00fcr den Erwin h\u00e4ngt noch heute im Stadion! <\/p>\n<p>Sie sind der erste Mensch, und garantiert auch der einzige, der dieser Aktion und damit auch meinem Freund Erwin noch einen Fu\u00dftritt versetzt. Ihre Beweggr\u00fcnde sind leicht durchschaubar, es ist der oben erw\u00e4hnte Hass auf diesen Verein, der Sie leider viel zu oft verleitet, v\u00f6llig den Rahmen zu verlieren. Sie haben mit keinem von uns vorher gesprochen, kennen \u00fcberhaupt keine Zusammenh\u00e4nge und schreiben in Ihrem Blog \u00fcber Dinge, von denen sie keine Ahnung haben, in einer Art und Weise, dass einem das Grausen kommt. Jedenfalls mir und vielen anderen auch. Darauf habe ich im Sportclubplatzforum reagiert, wie ich meine, in angemessener Form. Zu den von Ihnen angedrohten gerichtlichen Schritten: Sie verkennen die Situation, nicht ich bin der T\u00e4ter, Sie sind es. Opfer- T\u00e4terumkehr, Sie machen es sich sehr einfach. Kein Wort der Einsicht, im Gegenteil Sie legen in einer weiteren Publikation noch ein Sch\u00e4uferl nach.<\/p>\n<p>Andi Luf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir, die Freund_innen der Friedhofstrib\u00fcne, wollen mit der Ver\u00f6ffentlichung dieses Briefes Stellung beziehen und zwar f\u00fcr unseren Freund und unser langj\u00e4hriges Mitglied Erwin Sochurek, einem sanften, gro\u00dfherzigen Menschen und f\u00fcr die vielen Freunde und Freundinnen, Friedhofstrib\u00fcnenbesucherInnen und Bekannten, die ihm &hellip; <a href=\"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/pietaetlosigkeit-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[186],"class_list":["post-3830","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-erwin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3830"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3832,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3830\/revisions\/3832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}