{"id":6486,"date":"2023-11-02T16:23:37","date_gmt":"2023-11-02T14:23:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/?p=6486"},"modified":"2023-11-08T20:01:38","modified_gmt":"2023-11-08T18:01:38","slug":"fairplay-aktionswochen-2023-gemeinsam-gegen-hass-und-hetze-gemeinsam-gegen-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/fairplay-aktionswochen-2023-gemeinsam-gegen-hass-und-hetze-gemeinsam-gegen-antisemitismus\/","title":{"rendered":"Fairplay Aktionswochen 2023     \u201eGemeinsam gegen Hass und Hetze  \u2013  Gemeinsam gegen Antisemitismus\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Sportklub hat keine Juden unter seinen Mitgliedern; er hat zwar nicht den ber\u00fchmten und ber\u00fcchtigten Arierparagraphen in seinen Satzungen, die verschiedenen Wurzeln des Vereines sind aber selbst auf demselben Standpunkte gestanden. So hat sich eine vielj\u00e4hrige Tradition herausgebildet, die st\u00e4rker ist als ein gedrucktes Wort und heute bereits in Wien als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit angesehen und respektiert wird.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Worten veranschaulichte das Illustrierte Sportblatt am 29.07.1922 die antisemitische Grundausrichtung unseres Wiener Sport-Clubs. Wir Fans, als Aush\u00e4ngeschild und soziokulturelles Herz des Fu\u00dfballs, haben nicht nur die Verantwortung, das Selbstverst\u00e4ndnis des Vereins weiterzutragen, sondern auch \u00fcber die Vereinsgrenzen hinweg in die Gesellschaft politisch zu wirken. So l\u00e4sst sich das obige Zitat auch im Fanzine der FHT \u201eSchwarz auf Weiss\u201c (Ausgabe: Oktober 2019) finden, das sich damals den antisemitischen Wurzeln des WSC widmete. Das heutige Heimspiel ist Teil einer Aktionswoche gegen Antisemitismus.<\/p>\n<p>Auch dieses Jahr nehmen die Freund*innen der Friedhofstrib\u00fcne an den allj\u00e4hrlichen Fairplay-Aktionswochen (ehemals FARE Aktionswochen) f\u00fcr Vielfalt im Sport teil. Daher nutzen wir den heutigen Spieltag, um geschlossen die Botschaft zu vertreten: \u201eGemeinsam gegen Antisemitismus\u201c.<\/p>\n<p>Neben dem Banner, das heute w\u00e4hrend des Spiels pr\u00e4sentiert wird, findet auch wieder der schon fast traditionelle \u201eK\u00e4stchenverkauf\u201c statt, dessen Einnahmen in diesem Jahr Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes (D\u00d6W) zukommen werden. Weitere Aktionen im Rahmen unseres Aktionswochen-Schwerpunkts sind der gef\u00fchrte Besuch der Ausstellung \u201eSuperjuden: J\u00fcdische Identit\u00e4t im Fu\u00dfballstadion\u201c (noch bis 14. Januar), Teilnahme an der Kundgebung zur Reichspogromnacht am 9. November und die Teilnahme der FHT an der 2&#215;11 Diskussionsrunde zum Thema \u201eAntisemitismus im Fu\u00dfball\u201c am 4. Dezember in der VHS Hernals.<\/p>\n<p>Es ist der FHT seit Jahren ein Anliegen, sich gegen Intoleranz und menschenverachtende Ideologien einzusetzen und wir nutzen daher die Aktionswochen regelm\u00e4\u00dfig, um im Schulterschluss mit Fairplay und Sportvereinigungen sowie der Fanszenen in ganz \u00d6sterreich, ein Zeichen f\u00fcr Verst\u00e4ndnis und Toleranz und gegen Hass und Hetze zu setzen.<\/p>\n<p>Als wir im Sommer \u00fcberlegten, welchen Schwerpunkt wir diesmal legen wollen, war uns nicht bewusst, dass wir mit der Schwerpunktwahl leider an Aktualit\u00e4t noch \u00fcbertroffen werden konnten. Regelm\u00e4\u00dfige Zustandsberichte \u00fcber die steigende Zunahme von antisemitischen Ressentiments in \u00d6sterreich und dar\u00fcber hinaus allein h\u00e4tten bereits unseren Schwerpunkt \u201eGemeinsam gegen Antisemitismus\u201c ausreichend begr\u00fcndet. Nicht absehbar jedoch war die Eskalation im Nahen Osten. Mit den entsetzlichen Angriffen der Hamas auf Israel haben antisemitische Vorurteile Hochkonjunktur. Die israelische Regierung reagiert nun mit Luftangriffen auf den Gazastreifen. Die kosten tausende weitere Menschenleben, machen aber niemanden der von der Hamas ermordeten Menschen wieder lebendig.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten uns daher den Worten Fairplays anschlie\u00dfen und nicht nur unsere volle Solidarit\u00e4t mit den Menschen in Israel, die dem Hass der Hamas zum Opfer fallen,&nbsp;und jenen, die sich f\u00fcr ein friedliches Miteinander einsetzen, bekunden, sondern insbesondere auch all jenen, die hier in \u00d6sterreich allt\u00e4glich mit Angriffen rechnen m\u00fcssen &#8211; nur weil sie J\u00fcd*innen sind. Gleichzeitig wehren wir uns gegen jene Politiker*innen, die den Kampf gegen Antisemitismus nun instrumentalisieren, um das Asylrecht weiter zu versch\u00e4rfen und Menschen ohne \u00f6sterreichischen Pass zu kriminalisieren.<\/p>\n<p>Unser Einsatz gegen Antisemitismus in seinen vielf\u00e4ltigen Erscheinungsformen ist wie oben gesehen aber auch f\u00fcr Anh\u00e4nger*innen des Wiener Sportclubs historische Verpflichtung und darf sich nicht auf die \u201eFreund*innen der FHT\u201c beschr\u00e4nken, sondern ist als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, wie uns unsere Vereinsgeschichte lehrt. So kann zu diesem Zeitpunkt festgehalten werden, dass der Wiener Sport-Club vor knapp einhundert Jahren ein b\u00fcrgerlich deutschnationaler, streng antisemitischer Honoratiorenverein war, der es \u201enicht n\u00f6tig hatte\u201c den sogenannten Arierparagraphen einzuf\u00fchren, da \u201eselbstverst\u00e4ndlich\u201c war, dass J\u00fcd*innen hier keinen Platz haben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dieser \u201eSelbstverst\u00e4ndlichkeit\u201c mit aller Macht zu begegnen und sich einzumischen und lautstark f\u00fcr eine friedliche Koexistenz aller Menschen frei von Hass und Hetze einzutreten, gilt nicht nur heute: Antisemitismus darf weder auf diesem Platz noch sonst irgendwo einen Raum haben!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/73216822_2535256040078073_5833655908365762560_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5691\" src=\"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/73216822_2535256040078073_5833655908365762560_n-300x205.jpg\" alt=\"\" width=\"691\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/73216822_2535256040078073_5833655908365762560_n-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/73216822_2535256040078073_5833655908365762560_n-768x526.jpg 768w, https:\/\/www.friedhofstribuene.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/73216822_2535256040078073_5833655908365762560_n.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Sportklub hat keine Juden unter seinen Mitgliedern; er hat zwar nicht den ber\u00fchmten und ber\u00fcchtigten Arierparagraphen in seinen Satzungen, die verschiedenen Wurzeln des Vereines sind aber selbst auf demselben Standpunkte gestanden. 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