Es gibt Menschen, auf die man sich besonders freut, wenn man wieder mal zum Sportclub-Platz komm. Man kennt sich, mal besser, mal weniger gut. Oft ist es wurscht, ob man sich besser oder weniger gut kennt, aber man freut sich auf diese Menschen.
Dabei gibt es viele, die sieht man wahrscheinlich nur am Platz – und sonst den Rest vom Berufs-, vom Schul-, vom Fortgehleben gar nicht.
Trotzdem oder vielleicht deswegen ist es so ein schöner Moment, wenn man dann diese Leute trifft. Manchmal reicht es bereits ein „Servas“, ein „Wie geht’s Dir“, ein „Jetzt hamma uns aber lang nimma g’sehn“ und man denkt sich: schön, dass man sich gesehen hat.
Und ein anderes Mal, da bleibt man mit dem Menschen dann stehen und ratscht und redt und wundert sich nach dem Match, wo die Zeit geblieben ist (oder das Taxi oder der Nachtbus oder auch das Geld). Und man denkt sich: schön, dass man sich gesehen hat.
Und der Gerri, das war so einer. Einer jener Menschen, auf die man sich einfach gefreut hat. Wo es schön war, dass man sich gesehen hat.
Die einen haben ihn besser gekannt, die anderen vielleicht weniger, die einen haben lang mit ihm gesprochen, die anderen ein paar Worte gewechselt – aber es gibt vermutlich auf der Friedhofstribünen niemanden, die/der ihn nicht gekannt und geschätzt hatte.
Der Gerri mit seinen unendlich vielen Buttons und dem immer freundlichen „Hallo, einen Augustin“ war einfach da. Gefühlt seit immer, mit einer bewundernswerten Wurschtigkeit, was andere von ihm halten könnten. Das ist nämlich in dieser Zeit gar nicht so einfach, dass es einem wurscht ist, was die anderen von einem halten und – und das ist jetzt das noch mehr Bewundernswerte – dass man das nicht auf Kosten von anderen macht. Der Gerri hat das geschafft.
Wir werden das vertraute „Hallo, einen Augustin“ nicht mehr hören!
Wir können nur sagen: schön, dass ma uns gesehen haben!
Ruhe in Frieden, Gerri!