Solidarität in Zeiten der Pandemie

So wichtig aktuell Zusammenhalt ist, so sehr zeigt sich auch jetzt, dass soziale Ungleichheiten nicht einfach aufhören, nur weil die Welt für die meisten von uns still zu stehen scheint. Wir sind eben nicht alle gleich – auch nicht vor dem Virus. Armut, Ausgrenzung und Obdachlosigkeit verschwinden auch oder vor allem in Pandemiezeiten nicht. Wer in prekären und/ oder beengten Verhältnissen wohnt, wer einen sonst wirtschaftlich und gesellschaftlich wenig geachteten, in der Krise aber systemrelevanten Beruf (wie Supermarktverkäuferin, Reinigungskraft, Erntehelfer*in, Sozialarbeitende, Pfleger*in, Klopapierhersteller, …) ausübt, wer unter psychischen Erkrankungen, insbesondere Ängsten, leidet, wer zu den aktuell oft genannten vulnerablen Gruppen gehört, kann sich nicht einfach so in die häusliche Quarantäne begeben und das Ganze mehr oder weniger aussitzen.
Besonders betroffen sind hier Menschen, die auch in “normalen” Zeiten bereits am äußersten gesellschaftlichen Rand stehen. Auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein, etwa im Fall von Obdachlosigkeit, fehlendem Zugang zu Dokumenten und Arbeit, finanziellen Abhängigkeiten, etc bedeutet auch unter diesen  Bedingungen eine extreme Gefährdung der (körperlichen, psychischen und sozialen) Gesundheit und einen steten Kampf um die Deckung einfachster grundlegendster Lebensbedürfnisse. Obdachlose Menschen sowie andere, die in staatlichen Unterstützungseinrichtungen untergebracht sind (Asylwerbende, Gewaltbetroffene, Kinder/Jugendliche in sozialpädagogischen Einrichtungen, …) oder darauf angewiesen wären, können sich nicht oder kaum in Quarantäne zurückziehen. Wir bitten euch daher, nicht auf Menschen zu vergessen, die auch sonst wenig Lobby haben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wachsam, aktiv und unterstützend zu bleiben:
Spendet! Der Augustin kann aktuell keinen Straßenverkauf anbieten, den Verkäufer*innen fehlt ihre Einnahme. Es gibt die Möglichkeit, ein Onlineabo zu erstehen:
Das Neunerhaus unterstützt wohnungslose Menschen in verschiedenen Unterkünften, bietet aber auch medizinische Untersuchungen für wohn- und obdachlose Menschen und ihre Tiere. Auch hier werden Spenden benötigt, um die aktuelle Situation zu bewältigen:
Haltet eure Augen offen! Es ist wichtig, aktuelle Entwicklungen kritisch zu beobachten, damit wir nicht am Ende der Geschichte in einem autoritären Staat aufwachen. Und damit wir aktuell eben nicht auf jene vergessen, die Unterstützung benötigen, aber nicht bekommen:
Diese Krise kann nur global bewältigt werden. Alle haben ein Recht auf Gesundheit und Schutz. Daher: Auch die österreichischen Politik ist gefordert, Menschen sofort aus Moria (und alle anderen Flüchtlingslager) rauszuholen und aufzunehmen!
Petition:
Bleibt gesund, wascht euch die Hände und trällert doch dabei einen unserer Chants. Und seid solidarisch mit jenen, die von Armut betroffen, von Hilfspaketen ausgeschlossen, in Lagern zusammengepfercht, besonders belastet sind (das bedeutet auch zu erkennen, dass manche nicht so einfach daheim sitzen können, sondern (auch mal) raus müssen…!). Helft mit, dass sie nicht vergessen werden, dass auch sie Schutz und Unterstützung erfahren!
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Bus nach Bruck abgesagt!

Der gesamte Fußballbetrieb ist ab sofort eingestellt.

Daher findet unsere Fahrt nach Bruck nicht statt!

https://www.oefb.at/oefb/Information-Corona-Virus?fbclid=IwAR2RCQHMdXm4K4-FF82pQprisOp8P_Svg5o271NCmy4yIw1Pxq0SDxXf7bM

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13.3. – Bus nach Bruck

Nach Neustadt gab‘s seit längeren wieder zwei Stockbusse. Schon steht die nächste wilde Fahrt an. Es geht wieder zu einem Team aus NÖ, welches allerdings im Burgenland spielt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Paraskavedekatriaphobie überwinden und anmelden! Alles was ihr wirklich wissen müsst wie immer kompakt zusammengefasst:

Freitag, 13.3.2020
Abfahrt 17:00 Alszeile
Spielbeginn 19:00
Ankunft Alszeile ca. 22:15
Fahrpreis ca. 10 Euro

Die Anmeldung zu den Busfahrten ist über folgende Kanäle möglich:
– persönlich beim Reiseleitungsteam
– per E-Mail fhtontour@friedhofstribuene.at
– 0677-62796817 – Anruf, SMS oder WhatsApp
– auf Facebook unter www.facebook.com/Friedhofstribuene

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28.2. – Bus nach Wr. Neustadt

Neues Jahr, neuer Ground, Neustadt! Erstmals in diesem Jahrtausend spielt der WSC ein Bewerbsspiel in Wiener Neustadt. Zu diesem Anlass wurde extra ein neues Stadion gebaut.
Nach vier busfreien Monaten die erste von sechs Fahrten bis zum Sommer. Busbar, Tombola, Anmelden!

Freitag, 28.2.2020
Abfahrt 17:30 Alszeile
Spielbeginn 19:30
Ankunft Alszeile ca. 22:45
Fahrpreis ca. 8 Euro

Die Anmeldung zu den Busfahrten ist über folgende Kanäle möglich:

– persönlich beim Reiseleitungsteam
– per E-Mail fhtontour@friedhofstribuene.at
– 0677-62796817 – Anruf, SMS oder WhatsApp
– auf Facebook unter www.facebook.com/Friedhofstribuene

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SOS Balkanroute. We-help

Ihr hab nicht mehr benutzte Winterkleidung, Schals, Hauben, Pullover, Decken usw.?
Dann bitte helft und spendet diese an “SOS Balkanroute – We Help”.
Wie nehmen am Freitag 31.1. von 14:00- 16:00 Uhr eure Spenden entgegen.
Alszeile 19 The Flag 1170 Wien.
Alternativ ist bis 30.1. ist die Abgabe von Spenden im Büro der fairplay Initiative möglich. Möllwaldplatz 5/3, 1040 Wien 10:00-17:00 Uhr.

https://www.fairplay.or.at/news/news/news/fairplay-weihnachtsaktion-2019-spendenaktion-sos-balkanroute-we-help-fuer-gefluechtete-in-bosnien

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Erich Hof 3. August 1936 – 25. Jänner 1995

Vor 25 Jahren starb mit Erich Hof der wohl beste Spieler des Wiener Sport-Club an einer Krebserkrankung.
Erich Hof bestritt 308 Meisterschaftsspiele und schoss 208 Tore als Spieler für unseren Verein.
Als Trainer betreute er von 1969-71 , 1974-79 & 1987 die Dornbacher .

Im schwarz auf weiss vom März 1995 war folgender Nachruf zu lesen

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Alternativer Fankongress: Schulterschluss für einen fanfreundlichen Fußball

Auch von den Freund*innen der Friedhofstribüne waren Vertreter*innen am alternativen Fankongress anwesend um uns solidarisch mit anderen Fanszenen zu zeigen. Wir unterstützen die auf diesem Fankongress erarbeiteten Forderungen.

Fans von 15 verschiedenen Vereinen trafen sich in Linz, um über gemeinsame Anliegen, Probleme und zukünftige fanpolitische Strategien zu beraten. Trotz aller Rivalitäten herrschte auf der Gegenveranstaltung zum von Bundesliga und ÖFB organisierten Fankongress eine beachtliche Einigkeit. Das Fazit des alternativen Fankongress fällt sehr optimistisch aus: Die Fans wissen was sie wollen und werden geschlossen dafür kämpfen.

Fanvertreter_innen von Vereinen der 1. Liga bis ins Unterhaus trafen sich, um über gemeinsame Anliegen zu beraten. In dieser Breite war dieser selbstorganisierte Fankongress einzigartig. Von Vorarlberg bis Wien, von Linz bis Klagenfurt, wurde letztlich ein vielfältiges Spektrum abgedeckt und auf Augenhöhe diskutiert. Sehr schnell zeigte sich, dass sich die Probleme an den unterschiedlichen Standorten und den jeweiligen Fanszenen ebenso gleichen wie die Anliegen. Hinsichtlich der Kommunikation mit Liga und ÖFB sind wir uns ohnehin bereits seit Sommer einig: Diese ist bis auf weiteres völlig eingestellt.

Bundesliga und ÖFB luden dennoch zu einem Fankongress, der von sämtlichen Fanszenen boykottiert wurde. Stattdessen wurde in unmittelbarer örtlicher und zeitlicher Nähe der „alternative Fankongress“ organisiert. Dadurch wurde deutlich gemacht, dass es sich dabei bewusst um eine Gegenveranstaltung zu jener der Verbände handelt. Außerdem wurde der Veranstaltungsort aus praktischen Gründen gewählt: Die Bundesliga wies die Vereine nämlich darauf hin, dass die Teilnahme an ihrem Fankongress ein Lizenzkriterium sei und ein Boykott durch die offiziell genannten Fanbeauftragten dementsprechend geahndet würde.
Während wir am alternativen Fankongress von 10 Uhr Vormittag bis in die Abendstunden diskutierten, war die Pflichtveranstaltung der Bundesliga nach nur zwei Stunden zu Ende. Der offizielle Fankongress erwies sich als Flop. Während dort wohl das Resümee bleibt, dass außer „Spesen nichts gewesen“ ist, war der alternative Fankongress ein voller Erfolg.

Den Hauptteil des Programms bildeten vier Workshops. Deren Themen waren:
• Eintrittspreise und Infrastruktur,
• Spielansetzungen,
• Stadionverbote und Kommunikation sowie
• Staatliche Repression.

Dabei wurden Probleme erörtert, gemeinsame Vorstellungen abgesteckt und vor allem an Lösungen gearbeitet und Alternativen gesucht, um den österreichischen Fußball fanfreundlicher zu gestalten. Das zentrale Ziel ist es, mehr Menschen für den Fußball zu begeistern und das Stadionerlebnis zu verbessern. Der Fußball soll für alle zugänglich und vor allem leistbar sein.
Auf Basis der vier Workshops wurde gemeinsam ein Forderungskatalog erarbeitet, mit denen die einzelnen Fanvertretungen an ihre Vereine herantreten werden. Dadurch soll deutlich werden, dass die Bundesliga nicht alleine die Verantwortung trägt. Immerhin ist diese nichts anderes als ein Zusammenschluss aller Vereine und demnach bestimmen diese was passiert.
Wir haben uns dazu entschlossen, diesen Katalog nicht voll umfassend zu veröffentlichen. Durch diese Vorgehensweise sollen die Vereine die Möglichkeit haben, sich in Ruhe inhaltlich tiefgehend damit zu befassen. Letztlich muss es im Interesse eines jeden Vereins sein, sich in den Institutionen für seine Fanbasis einzusetzen. Das ausgearbeitete Papier besteht jedoch nicht nur aus Forderungen, sondern zeigt Alternativen auf.
In dieser Aussendung wollen wir jedoch drei Eckpfeiler dieses Forderungskatalogs herausstreichen:
Fußball muss bezahlbar sein

20 Euro für ein Cupspiel der 2. Runde auf einem Fußballfeld ohne Tribüne. Eintrittspreise über 30 Euro für ein Spiel der österreichischen Bundesliga. Wer volle Stadien will – so wie das die Bundesliga stets kommuniziert – und dem Zuschauerrückgang der letzten Jahre entgegenwirken möchte, muss auch für ein Umfeld sorgen, das für Fans akzeptabel ist. Ein Stadionbesuch muss für Familien erschwinglich sein. Dazu gehört auch eine ordentliche Verpflegung, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Außerdem fordern wir die Vereine dazu auf, für sämtliche Auswärtssektoren einen Einheitspreis von 12 Euro einzuführen, um dadurch eine stimmungsvolle Atmosphäre zu unterstützen und die kostspielige Anreise der Auswärtsfans zu würdigen.

Samstag muss wieder Hauptspieltag sein

Fußball wird für Fans in den Stadien gespielt und nicht für anonyme Zuschauer vor dem Livestream oder vor dem Fernseher. Daraus leitet sich die Forderung ab, dass der Samstag wieder „Hauptspieltag“ werden muss. Wenn die Fans des SK Sturm zum Beispiel über 270 Tage hindurch kein Spiel mehr an einem Samstag sehen können, dann kann die Liga nicht mehr von fanfreundlichen Spielzeiten sprechen. Das oft gebrachte Argument der besseren und langfristigen Planbarkeit, ist ein vergleichsweise äußerst schwacher Trost.

Gleiches gilt auch für den von allen Fans der 2. Liga ungeliebten 10:30 Uhr Spieltermin am Sonntag. Sollte das TV-Rechte-Diktat Verbesserungen blockieren, müsste die Forderung nach einer Rückkehr der Liga ins Free-TV dringend erneuert werden.

Keine Stadionverbote ohne gerichtliche Verurteilung

Stadionverbote werden in den meisten Fällen aufgrund einer Datenübermittlung der Polizei verhängt. Das bedeutet, dass bereits eine Anzeige in der Regel zu einem Stadionverbot führt. Die Unschuldsvermutung wird von der Paralleljustiz des ominösen „Komitees für Prävention und Stadionverbot“ ignoriert. Im Falle der Einstellung des Verfahrens oder eines Freispruchs müssen sich die Betroffenen selbst um eine Aufhebung kümmern und Protest gegen das Stadionverbot einlegen. Diese Praxis muss umgehend aufhören, denn sie ist eines Rechtsstaats unwürdig. Wir sind der Meinung, dass es deutlich zielführendere Alternativen gibt als willkürliche Stadionverbote.

Ignoranz erfordert Reaktion

Die Teilnehmer_innen des alternativen Fankongresses stehen den Protagonisten aus Bundesliga und ÖFB nicht unversöhnlich gegenüber. Allerdings ist ihr Umgang mit uns Fans äußerst fragwürdig. In der Einladung zum eigenen Fankongress spricht die Bundesliga sogar davon, dass die Einladung der Fans lediglich ein unverbindliches Entgegenkommen sei. Wir meinen: Eine respektvolle Kommunikation mit Fans ist der einzige Weg, seriöse Fanarbeit zu betreiben. Falls die Verbände immer noch glauben, sie können Probleme und Konflikte lösen, indem sie diese totzuschweigen oder auszusitzen versuchen, dann wollen wir ihnen diese Illusion hiermit nehmen.

Obwohl es nicht anders erwartet wurde, ist das geringe mediale Interesse für diese konstruktive Art der Kommunikation ernüchternd. Die österreichische Fanszene wird daher andere Mittel und Wege finden müssen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Solange es von Vereinen und Verbänden kein Entgegenkommen gibt, werden wir Fans uns umso vehementer für Verbesserungen einsetzen. Eines wurde am alternativen Fankongress deutlich: Wir österreichischen Fußballfans wissen was wir wollen und werden entschlossen für einen fanfreundlichen Fußball kämpfen.

Altacher Jungs – Curva Viola Austria Salzburg – Faninitiative Innsbruck – Fanszene Austria Klagenfurt – Fanszene Vorwärts Steyr – Freund*innen der Friedhofstribüne – Gate 2 Admira – Kollektiv 1909 – Landstrassler – Nordtribüne Lustenau – Rechtshilfe Rapid – Stahlstadt Kollektiv – Vienna Supporters – Weststand Ried im Innkreis – Wolfbrigade 04 St. Pölten

 

 

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Saturday, I’m At The Flag

Als Verein zur Förderung des Sports und der Kultur in Hernals geht’s diesmal nicht um den Sport. Nein, um die Zeit bis zum Meisterschaftswiederanpfiff im Frühjahr zu verkürzen, gibt’s diesmal ein Da Capo der wunderbaren Konzertreihe “Saturday, I’m at The Flag” und somit best News zu verkünden.

Die Friedhofstribüne wird auch dieses Jahr jeden Februarsamstag das FLAG abrocken. Und so etwas wie heuer werden die meisten von uns kein zweites Mal mehr erleben – es gehen sich im Februar 2020 nämlich hell yeyeah gleich FÜNF Samstage aus. Von Countrypunk über Fäuste!Hoch! und UpYours! bis hin zu Irish Folk haben wir ein wahrlich selten kräftiges Potpourri zusammengekocht, auf dass kein Auge, keine Socke und kein Höschen trocken bleiben kann. Kommt und lacht und tanzt mit uns!

Beginn jeweils ab 20:00, Eintritt pay as you wish
Special food and drinks & Flagshop Rarities nicht ausgeschlossen
THE FLAG / Wiener Sport-Club Platz, Alszeile 19, 1170 Wien

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AKTUELLES

+++ Sa., 03.10.2020 – 16:30 | Stripfing – Wiener Sport-Club +++
Sportplatz Stripfing SV (Florianigasse 10, 2253 Stripfing)

+++ Di., 06.10.2020 – 18:30 | Mitgliederversammlung Freund*innen der FHT
Haupttribüne Sport-Club Platz (Alszeile 19, 1170 Wien)

Veröffentlicht unter Allgemein, Cup, Dornbach International, Dornbach Networks, Eishockey, Fanzine, FHT Kickt, FHT on Tour, FHT Patenmannschanft, FHT Treffen, Fussball, Gesellschaftliche Anliegen, Interview, Kultur, Merch, On Tour, Rückführung, Schwarz auf Weiß - Rückblicke, Schwimmen, Squash, St. Pölten, Stadionsanierung, The Flag, Ute Bock Cup, Veranstaltungen, Video, Wasserball, Wir brauchen Dich!, WSC, WSC Cyclisten, WSC Frauen, WSC Frauenfussball, WSK, WSK Frauenfussball, WSK Nachwuchs | Schreib einen Kommentar

Antisemitismus hat hier keinen Platz (mehr)!

Als Mitglied eines Vereins tendiert man gerne dazu, die eigene Vergangenheit in einem weicheren Licht zu sehen. Es ist daher immer etwas schmerzhaft, sich mit den dunklen Seiten der eigenen Vereinsgeschichte zu beschäftigen. Aber gerade deswegen sehen es die Freund_innen der Friedhofstribüne als Verpflichtung an, kritisch zurückzublicken. Wenn sich der Sport-Club auf seine über 130-jährige Geschichte beruft  und das tut er und auch wir als Freund_innen der Friedhofstribüne gerne, dürfen auch die weniger angenehmen Seiten des Vereins nicht verschwiegen werden. Wer die Erfolge feiert, darf die dunklen Kapitel nicht vergessen.

Die eigene Geschichte ist eben nicht nur eine der sportlichen Erfolge und Misserfolge, sondern auch ein Spiegelbild der Zeit, eine soziale und politische Geschichte. Niemals ist ein Verein eben nur und ausschließlich dem Sport verpflichtet. Sport ist immer auch Politik, wenn auch nicht zwingend Parteipolitik. Das zeigt sich besonders am Wiener SportClub und seiner Entwicklung vom bürgerlich deutschnationalen, streng antisemitischen Honoratiorenverein zum heutigen Stadtteilverein mit alternativem Image. Der Wiener Sport-Club war lange ein zutiefst antisemitischer Verein, auch wenn es bis 1938 nach derzeitigem Wissensstand keinen sogenannten Arierparagrafen gab. Juden wurden hier nicht Mitglied. Dazu ein Zitat aus dem Illustrierten Sportblatt vom 29.7.1922: „Der Sportklub hat keine Juden unter seinen Mitgliedern; er hat zwar nicht den berühmten und berüchtigten Arierparagraphen in seinen Satzungen, die verschiedenen Wurzeln des Vereines sind aber selbst auf demselben Standpunkte gestanden. So hat sich eine vieljährige Tradition herausgebildet, die stärker ist als ein gedrucktes Wort und heute bereits in Wien als eine Selbstverständlichkeit angesehen und respektiert wird.“ Es war also eine Selbstverständlichkeit, dass der WSC keine Juden aufnahm. Der WSC war damit im Wiener Spitzenfußball ein Unikum, in faktisch allen anderen Vereinen der obersten Ligen waren jüdische Wiener in den verschiedensten Funktionen tätig. Ganz anders als zum Beispiel in den Bundesländern, wo Juden ebenfalls von vielen Fußballvereinen ausgeschlossen waren.

Der Antisemitismus der 20er- und 30er-Jahre zeigt wie schnell der Weg von Ablehnung, Vorurteilen, der Betonung vermeintlicher Unterschiede über Abwertung, Ausschluss, Verachtung hin zu Gewalt, Mord und Vernichtung ist. Auch der Wiener Sport- Club hat dazu einen Beitrag, wenn auch einen kleinen, geleistet, Antisemitismus selbstverständlich zu machen. Dieser bürgerliche Antisemitismus Luegerscher Prägung, tief verwurzelt in der christlichsozialen und den deutschnationalen Parteien Österreich-Ungarns und der Zwischenkriegszeit, war eine Vorbedingung für den viel radikaleren, von Vernichtungswillen getragenen Antisemitismus der Nationalsozialisten.

Die Lehre aus der eigenen Geschichte kann nur Offenheit und Toleranz und Widerstand gegen Intoleranz, Rassismus und Diskriminierungen jeglicher Form heißen. Antirassismus und demokratische Mitbestimmung dürfen – man sehe sich nur die aktuelle Weltlage an – nie als selbstverständlich angesehen werden. Offenheit und Toleranz, Antirassismus, Antisexismus, Antihomophobie und der Kampf gegen Antisemitismus müssen immer wieder neu verhandelt, neu gedacht und teilweise auch neu erkämpft werden, auch gegen die Bequemlichkeit im eigenen Verein. Antisemitismus darf auf diesem Platz nie wieder einen Platz haben.

#fareactionweek
Mehr dazu auch im neuen schwarz auf weiss und auf unserem Bezirksrundgang am 10.11 (13.00 Uhr Treffpunkt Vorplatz U6 Josef Städter Strasse)

Aus unserer Geschichte gelernt – gegen jeden Antisemitismus.

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